Merck KGaA: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 1 Jahr

Aktie auf Erholungskurs Merck: Das Beste kommt erst noch?

Stand: 24.08.2018, 09:31 Uhr

Der Darmstädter Merck-Konzern hat sich in den vergangenen Jahren stark gewandelt. Noch fehlt es den Geschäftsergebnissen an Konstanz. Nach einigen Rückschägen zieht die Aktie seit eingier Zeit wieder an.

Trotz der insgesamt positiven Stimmung an den internationalen Börsen in 2018 hat die Merck-Aktie ihre besten Zeiten bereits im vergangenen Jahr gehabt. Das Rekordhoch von 115,20 Euro datiert vom Mai vergangenen Jahres. Zu diesem Zeitpunkt wurde der Rekordgewinn des vergangenen Geschäftsjahres immer mehr zur Gewissheit.

Doch an der Börse wird bekanntlich die Zukunft gehandelt, und so fiel die Aktie des Darmstädter Konzerns im Anschluss um bis zu 35 Prozent auf 75 Euro im März dieses Jahres. Denn das laufende Geschäftsjahr verläuft viel holpriger als 2017. Das Unternehmen selbst rechnet mit einem deutlichen Rückgang beim Ergebnis je Aktie vor Sondereinflüssen von 5,92 auf nur noch 5,00 bis 5,40 Euro je Aktie.

Seit dem Zwischentief geht es wieder aufwärts. Die aus charttechnischer Sicht wichtige 200-Tage-Linie konnte bereits im Juli überwunden werden. Mittlerweile notiert auch die 38-Tage-Linie oberhalb der 200-Tage-Linie. Beides zusammengenommen wird von Charttechnikern als positiv interpretiert. Möglicherweise nimmt der Markt bereits eine positivere Entwicklung im kommende Geschäftsjahr vorweg.

Hoher Cashflow

Wobei auch das laufende Geschäftsjahr absolut betrachtet durchaus nicht als Misserfolg zu werten ist. Denn Merck wird immerhin noch einen gewaltigen freien Cashflow erreichen. Insgesamt sollen durch das operative Geschäft nach Investitionen Barmittel in Höhe von 2,38 bis 2,67 Milliarden Euro erwirtschaftet werden. Mit diesem Geld kann Merck beispielsweise die Dividende bezahlen oder eigene Aktien zurückkaufen. Wobei Aktienrückkäufe bei Merck keine Tradition haben. Auch die Dividende fällt bei Merck fast schon traditionell nicht allzu üppig aus.

Möglicherweise spart Merck aber bereits wieder für erneute Übernahmen im Milliardenbereich, wie sie in den vergangenen Jahren bereits mehrmals gab: Serono im Jahr 2006 für 10,6 Milliarden Euro, Millipore 2010 für 5,3 Milliarden Euro, und 2014 AZ Electronic Materials und Sigma-Aldrich für 1,9 beziehungsweise 13,1 Milliarden Euro.

Größer als man denkt

Bereits dadurch wuchs Merck in neue Dimensionen, wobei die bei Merck schon größer sind, als auf den ersten Blick ersichtlich. Die offensichtliche Marktkapitalisierung des Konzerns liegt bei zwölf Milliarden Euro. Basis dafür die Aktienzahl von 129,2 Millionen Stück, die an der Börse gehandelt werden können. Doch das ist nicht einmal die halbe Wahrheit.

Nicht darin enthalten sind nämlich die Anteile der Großaktionäre der "Familie Merck". Denn dank der speziellen Konstruktion des Konzerns als KGaA (Kommanditgesellschaft auf Aktien) ist das Kapital der Komplementäre nicht in Aktien verbrieft. Diese entsprächen eine theoretischen Aktienanzahl von 305,5 Millionen. Merck als Ganzes hätte damit eine theoretische Aktienanzahl von 434,8 Millionen. Der Börsenwert läge damit bei viel gewaltigeren rund 40 Milliarden Euro.

ME

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