MAN ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 5 Jahre

Aktie des Tages MAN: Dividende und noch mehr?

Stand: 13.07.2018, 08:21 Uhr

Die VW-Tochter MAN taugt für Anleger fast schon als Festgeld-Ersatz. Dank eines Gewinnabführungs-Vertrages sprudelt eine üppige Dividende. Und dann gibt es noch ein bisschen Fantasie beim Unternehmen.

MAN TGX EfficientLine

MAN TGX EfficientLine. | Bildquelle: Unternehmen

3,07 Euro Ausschüttung, so hoch war die Netto-Dividende, die MAN-Restaktionäre jährlich ausgeschüttet bekamen. Bei einem derzeitigen Kurs von rund 96 Euro ist das eine Dividendenrendite von 3,33 Prozent. Nicht schlecht in der Zeit ultraniedriger Zinsen. Einen stark schwankenden Aktienkurs, der diese Rendite stark verändern würde, dürfen Anleger einstweilen auch nicht erwarten, denn MAN ist zu 76 Prozent im Besitz der Konzernmutter Volkswagen. Die MAN-Aktie, einst Mitglied im Deutschen Aktienindex, wird aber weiter munter an der Börse gehandelt, wenn auch die Handelsumsätze naturgemäß nicht allzu hoch sind.

5,50 Euro ab sofort...

Laut Gerichtsurteil in einem Spruchverfahren wird diese Garantiedividende sogar künftig noch höher ausfallen. Den Privatanlegern von MAN winkt eine Nachzahlung von insgesamt mehr als 300 Millionen Euro vom Autobauer Volkswagen. Das Oberlandesgericht München sprach vor wenigen Wochen den Anteilseignern eine Garantiedividende von brutto 5,50 Euro je Aktie zu, das sind 2,20 Euro mehr als VW bisher brutto gezahlt hatte. Das Urteil ist rechtskräftig.

Der Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrag zwischen VW und MAN wurde vor wenigen Wochen noch einmal gerichtlich bestätigt. Eine solche Gewinnabführung bei "beherrschten" Unternehmen ist möglich, wenn mindestens 75 Prozent der Anteile im Besitz eines Mutterkonzerns liegen. In Deutschland bestehen solche Verträge etwa mit Kabel Deutschland, der Derviatebörse Euwax oder dem Maschinenbauer Homag, die allesamt beherrscht werden.

... aber wie lange?

Wie lange sich MAN-Anleger an der nun höheren Ausschüttung erfreuen können, bleibt mit Spannung abzuwarten. Denn VW hat Pläne für sein Lastwagengeschäft, zu dem außer MAN auch noch die schwedische Scania gehört. In den kommenden zwölf Monaten will der Konzern die Sparte fit für einen Börsengang machen, wie VW-Truck & Bus-Chef Andreas Renschler im April ankündigte.

Während der VW-Konzern auf der einen Seite die Lkw-Geschäfte für einen Börsengang im nächsten Jahr vorbereiten will – zum Beispiel durch die Umwandlung in eine europäische Aktiengesellschaft („SE“), soll das Lkw-Geschäft von MAN aus dem noch immer börsennotierten Unternehmensmantel herausgelöst werden. Die verbliebenen Minderheitsaktionäre könnten dann als Abfindung Aktien des VW-Lkw-Konzerns erhalten, der wohl unter dem Namen "Traton" laufen soll. Zusätzlich könnten sie an den Resten von MAN beteiligt bleiben, wird am Markt spekuliert. Es bleibt also interessant und vielleicht auch renditeträchtig, MAN-Aktionär zu sein.

AB