Macy's: Kursverlauf am Börsenplatz Tradegate für den Zeitraum 6 Monate

Aktie des Tages Macy's: Jetzt in die Kaufhauskette investieren?

Stand: 17.08.2018, 09:12 Uhr

Im Zeitalter von Amazon & Co stehen die traditionellen Kaufhausketten vor dem Niedergang. Das betrifft auch den US-Marktführer Macy's. Dennoch hat sich die Aktie binnen eines Jahres verdoppelt. Wie ist das möglich?

Tatsächlich hat sich die Aktie von ihrem jahrelangen Schrumpfkurs verabschiedet und befindet sich seit November 2017 in einem stetigen Aufwärtstrend. Zwar ist sie von ihrem Allzeithoch aus dem Jahr 2015 noch ein gutes Stück entfernt, doch bei zuletzt knapp 36 Dollar kann das Papier an seine besten Zeiten vor der Finanzkrise 2007 anknüpfen.

Eine erstaunliche Entwicklung, ist doch der Glanz der Warenhauskette längst einer verblassten Patina gewichen. So herrscht in manchen Macy's-Warenhäusern wie dem riesigen, in einem prachtvollen Art Déco-Bau untergebrachten Store im Zentrum von Chicago gähnende Leere.

Umsatz zuletzt gesunken

Macy's

Macy's. | Bildquelle: picture alliance / AP Photo

Dass die Kunden eher zögerlich in die Warenhaustempel strömen, beweist auch ein Blick auf die jüngsten Quartalszahlen. So ist der Umsatz von Macy's im zweiten Quartal um 1,1 Prozent gesunken auf 5,6 Milliarden Dollar. Im ersten Halbjahr sieht es zwar etwas besser aus - der Umsatz kletterte um 1,1 Prozent auf knapp elf Milliarden Dollar, doch im Vergleich zu den Wachstumszahlen des Onlinehändlers Amazon erscheint die Bilanz von Macy's doch sehr bescheiden.

Auch beim Ergebnis hinkt der Konzern den Online-Händlern hinterher: Im zweiten Quartal stieg das Ergebnis vor Zinsen und Steuern auf 303 Millionen Dollar, 5,4 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Bei Anlegern kamen die jüngsten Zahlen zwar nicht gut an, trotzdem verweisen Analysten auf die offensichtlichen Erfolge des Managements beim Umbau des Konzerns.

Stärker auf Mode setzen

So trägt das Onlinegeschäft inzwischen mehr als ein Fünftel zum Gesamtumsatz bei. Außerdem investiert Macy’s weiterhin hohe Summen in den Umbau des Konzerns. Statt weiterhin Läden zu schließen und Mitarbeiter zu entlassen, setzt der seit 2017 amtierende Vorstandschef Jeff Gennette nun auf Pop-up-Stores und Events in den Kaufhäusern, um dem Traditionsunternehmen aus dem 19. Jahrhundert ein cooleres und moderneres Image zu geben.

"Wir wollen stärker auf Mode setzen und außerdem Essen und Trinken anbieten“, erklärte der Vorstandsvorsitzende gegenüber Analysten sein Strategieprogramm "North Star". Außerdem öffnete er unter der Marke „Macy’s Backstage“ immer neue Outlet-Läden. In diesem Jahr sollen 100 neue Backstage-Filialen hinzukommen. Weiterhin gut läuft auch die zu Macy's gehörende Edelkaufhauskette Bloomingdales.

"Es liegt Optimismus in der Luft"

Gut angekommen ist auch die Idee, weniger, dafür sorgfältiger ausgewählte Waren angeboten werden - aufgeräumte Kaufhäuser und persönliche Verkaufsberater, die Kunden zurück in die Geschäfte locken. Besonders gut hat den Anlegern gefallen, dass Macy's im zurückliegenden Weihnachtshandel wieder einen Gewinn eingefahren hat.

Macy's

Macy's. | Bildquelle: picture alliance / Photoshot

"Es liegt Optimismus in der Luft", schrieb Analyst Matthew Boss von JPMorgan kürzlich in einer Analyse, in der er sein bislang neutrales Votum zur Aktie aber beibehielt. Für das laufende Jahr erwartet Macy's einen Gewinn je Aktie von 3,95 bis 4,15 Dollar. Das ist mehr als die von den Analysten erwarteten 3,86 Dollar.

Hoher Immobilienbestand

Ein besonderer Lichtblick des Unternehmens ist zudem sein Immobilienbestand. Allein der Wert der Haupthäuser von Macy's und Bloomingdales in New York, die zu den meistbesuchten Attraktionen der Hudsonmetropole gehören, wird auf gut vier Milliarden Dollar geschätzt. An der Börse kostet der gesamte Konzern derzeit 10,9 Milliarden Dollar.

Ob das Unternehmen tatsächlich als Gewinner aus dem Umbruch der Einzelhandelsbranche hervorgeht, wie Firmenchef Gennette unlängst voraussagte, bleibt allerdings abzuwarten.

lg