Sportartikel

Lululemon: Kursverlauf am Börsenplatz Nasdaq für den Zeitraum 1 Jahr

Kanadischer Sportartikelhersteller Lululemon und die verflixten Yogahosen

Stand: 20.10.2014, 15:06 Uhr

Prominente wie Reese Witherspoon oder Supermodel Gisele Bündchen verliehen Lululemon einst Kultcharakter. Bis der kanadische Sportartikelhersteller seine zu durchsichtig geratenen Yogahosen zurückrufen musste. Doch inzwischen scheint die Aktie ihren Boden gefunden zu haben. Eine Chance zum Einstieg?

Im zweiten Quartal dieses Jahres stieg der Umsatz um 13,4 Prozent auf 390,7 Millionen Dollar, und damit stärker als von Analysten erwartet. Auch beim Gewinn je Aktie von 0,33 Dollar konnte Lululemon die Prognosen der Experten übertreffen. Im Jahresvergleich hinkt der Gewinn aber immer noch hinterher, schaffte die Firma im zweiten Quartal des letzten Jahres doch einen Gewinn von 0,39 Cent je Aktie.

Trotzdem hat sich der Aktienkurs inzwischen stabilisiert, nachdem er allerdings in Folge der Rückrufaktion der zu transparent geratenen Yogahosen Mitte letzten Jahres um gut die Hälfte eingebrochen ist und auch in diesem Jahr auf Talgahrt blieb. Doch davon lässt sich der neue Firmenchef, der Franzose Laurent Potdevin, nicht beeindrucken. Er will das Unternehmen aus der immer noch lukrativen aber langfristig doch zu kleinen Yoga-Ecke herausführen und zu einem globalen Anbieter von Sportartikelanbietern machen.

Lululemon. | Bildquelle: Unternehmen

Eine neuer Nike-Rivale

Ein neuer Rivale der Platzhirschen Nike und Adidas? Nicht ganz. Während die großen Firmen vorwiegend das Massengeschäft bedienen, will sich Lululemon auf die Besserverdiener konzentrieren. Menschen, die bereits sind 100 Euro und mehr für eine einfache Jogginghose hinzublättern.

Durch den Fokus auf teurere Artikel verspricht Lululemon den Investoren eine hohe operative Marge. Sie soll sich in den kommenden Jahren von derzeit 51 Prozent in Richtung 55 Prozent entwickeln.

Weltweit neue Läden

Zum Vergleich: Nike schaffte zuletzt eine Marge von 46,6 Prozent. Noch hat Lululemon sein Ziel nicht erreicht. Doch es geht voran. Das laufende Geschäftsjahr soll ein Jahr der Investitionen, der Anstrengungen und der globalen Expansion werden, verspricht der der neue Chef. Bis Ende des Jahres sollen weltweit 47 eigene Läden eröffnet werden. In Deutschland wurden bereits Geschäfte in Berlin, Frankfurt und München eröffnet.

Die Analysten bleiben vorsichtig. Sie verweisen auf die hohen Kosten, die mit einem weltweiten Wachstum verbunden sind, haben aber ihre Empfehlungen nach den jüngsten Quartalszahlen auf "Halten" angehoben. Insgesamt empfehlen 17 Experten die Aktie zu halten, sieben empfehlen sie zum Kauf. Dabei schätzen sie den fairen Wert der Aktie auf knapp 47 Dollar. Damit hat das Papier noch Luft nach oben, war der Titel doch am Freitag nur knapp 39 Dollar wert, Tendenz fallend.

Aktienkurs in freiem Fall

Auch zeugt der Aktienkurs in diesem Jahr eher von großer Skepsis was die Umbaupläne des neuen Chefs angeht: Seit Januar hat das Papier mehr als ein Drittel seines Wertes eingebüßt. Trotz der seit einigen Monaten zu beobachtenden Stabilisierung bei rund 40 Dollar ist ein Einstieg zum derzeitigen Zeitpunkt also mit erheblichen Risiken verbunden.

Sollten sich die Quartalszahlen in der zweiten Jahreshälfte weiter so gut entwickeln wie in den ersten sechs Monaten, sehe er weiteres Aufwärtspotenzial, ließ der Experte der Citigroup kürzlich wissen. Es bleibt also spannend.

lg