L'Oréal: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra EU Stars für den Zeitraum 6 Monate

Aktie des Tages L’Oréal zwischen Luxus und Masse

Stand: 18.10.2018, 11:50 Uhr

Seit dem Rekordhoch im August geht es für das Papier des Kosmetikherstellers L’Oréal deutlich abwärts. Auf dem Luxusmarkt kann sich das Unternehmen zwar gut behaupten, aber wenn der Massenmarkt Schwäche zeigt, gibt es ein Problem.

Seit Anfang des Jahres tritt die Aktie praktisch auf der Stelle. Im August erreichten L’Oréal ein Rekordhoch bei 214,80 Euro, seitdem befinden sich die Titel in einer Art Korrekturmodus. In den vergangenen drei Monaten ging es um rund zehn Prozent, also recht deutlich, abwärts. Zum Portfolio des Kosmetikriesen gehören 34 Marken, darunter so berühmte Brands wie Lancôme, Diesel oder Garnier. Wie es mit der Aktie weitergeht, hängt nicht zuletzt am Markt für Luxusartikel. Die Sparte L’Oréal Luxe hatte im ersten Halbjahr 2018 einen Anteil von knapp 33 Prozent am Gesamtumsatz.

Schwierigkeiten im Massenmarkt

„Der weltweite Luxusmarkt hat gute Wachstumsperspektiven. Eine treibende Kraft sind die aufstrebenden Volkswirtschaften. Dort wollen und können sich immer mehr Menschen die schönen Dinge des Lebens leisten“, schreiben die Fachleute der DZ Bank in einer aktuellen Analyse. Insbesondere in Asien seien die Steigerungsraten bemerkenswert.

Auch die „Finanzwoche“ hatte sich unlängst mit der L’Oréal-Aktie befasst. Der Massenmarkt zeige Schwächen, so die Marktbeobachter: „Knapp 46 Prozent des Umsatzes wird mit Massenprodukten erzielt, die zwar in ihrer jeweiligen Nische im Vergleich zu direkten Konkurrenzprodukten höherpreisig sind, aber keine echten Luxusprodukte darstellen.“ In diesem hart umkämpften Segment habe L’Oréal zuletzt eher Marktanteile verloren. „Preisanhebungen sind hier schwierig bis unmöglich“, so die „Finanzwoche“.

L'Oréal: Auf dem Kosmetikmarkt eine große Nummer. | Quelle: picture-alliance/dpa

Wie steht es um die Konjunktur?

Insgesamt sei L’Oréal eine defensive Aktie, die gut aufgestellt sei, lautet das Fazit der „Finanzwoche“. In defensiven Marktphasen werde sie ihre Qualitäten ausspielen, so die Marktbeobachter. Allerdings sollten Anleger nicht vergessen, dass gerade der Luxusmarkt in besonderer Weise vom Zustand der globalen Konjunktur abhängt.

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Luxus-Aktien wieder en vogue Chart-Galerie

<b>Hermès</b><br />Die vergangenen drei Jahre waren hart für die Luxuxbranche. Hermès schlug sich aber recht gut. Die Aktien des französischen Luxusgüterherstellers, der für seine Krokodil-Taschen, Seidentücher und Parfums bekannt ist, hat in diesem Jahr sogar ein Rekordhoch erreicht. Wegen seiner hohen Rentabilität gilt der Konzern seit langem als "Kronjuwel der Luxusgüterindustrie".: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 5 Jahre

Hermès
Die vergangenen drei Jahre waren hart für die Luxuxbranche. Hermès schlug sich aber recht gut. Die Aktien des französischen Luxusgüterherstellers, der für seine Krokodil-Taschen, Seidentücher und Parfums bekannt ist, hat in diesem Jahr sogar ein Rekordhoch erreicht. Wegen seiner hohen Rentabilität gilt der Konzern seit langem als "Kronjuwel der Luxusgüterindustrie".

Nicht zuletzt angesichts der schwelenden Handelskonflikte mehren sich die Expertenstimmen, die die These vertreten, wir hätten den Konjunkturhöhepunkt bereits gesehen - zumindest außerhalb der USA, wo laut Protokoll der Fed-Sitzung im September einige Teilnehmer Anzeichen für eine noch stärkere US-Konjunktur ausmachen.

Die Ungewissheit scheint sich Reuters-Daten zufolge auch in den gesammelten Meinungen der Analystenschaft zu spiegeln. Zwar haben acht Fachleute eine positive Ansicht zur Aktie, aber 15 Experten raten, den Titel zu halten. Fünf Analysten sehen die Aktie künftig schwächer. Am 30. Oktober wird L’Oréal den neuen Quartalsbericht vorstellen.

ts