Logitech: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 1 Jahr

Gute Anlegernerven gefragt Logitech, die Gamer-Aktie

Stand: 30.10.2018, 11:07 Uhr

Der Schweizer Hersteller von Computer-Peripherie setzt voll auf den Gaming-Trend. Dafür hat sich das Unternehmen eigens durch eine Übernahme verstärkt. Die Rechnung scheint aufzugehen, doch auch bei der Aktie wird derzeit kräftig gedaddelt.

Binnen zwei Jahren hatte sich der Titel auf fast 43 Euro im deutschen Handel annähernd verdreifacht. Doch dann gab es ab Anfang September einen heftigen Rücksetzer bis auf 30 Euro. Derzeit wird die Aktie knapp über diesem Niveau bei 31 Euro gehandelt.

Headsets zum Daddeln

Wer bei Logitech einsteigen will, hat aber fundamental eine Reihe von Gründen, den Titel in die engere Wahl zu nehmen. Die Zahlen sehen weiterhin stark nach Wachstum aus, mit Betonung auf der "Gaming-Nische"; Vor einer Woche meldeten die Schweizer ihre Zahlen zum zweiten Geschäftsquartal (bis Ende September): Insgesamt legte der Umsatz im Quartal um neun Prozent auf 691 Millionen Dollar zu. Umsatztreiber waren Gaming-Produkte (plus 41 Prozent) und Videokonferenzsysteme (plus 24 Prozent). Auch mit Tastaturen (plus 11 Prozent) und Tablets (plus 19 Prozent) wuchs Logitech deutlich. Bei Webcams und Computermäusen waren die Zuwächse mit drei beziehungsweise vier Prozent weniger üppig.

Auch bei den Ergebnisse spielt Gaming-Zubehör eine wichtige Rolle. Logitech bietet hier Produkte wie Headsets, Controller oder Spezialtastaturen an. Die Bruttomarge erhöhte sich 37,6 Prozent des Umsatzes blieben als Bruttogewinn übrig, im Vorjahresquartal waren es noch 36,5 Prozent gewesen. Unter dem Strich verdiente Logitech mit 64,2 Millionen Dollar knapp 14 Prozent mehr als im Vorjahr.

Hoher Erwartungsdruck

Logitech übernimmt Saitek

Logitech übernimmt Saitek. | Bildquelle: Unternehmen, Montage: boerse.ARD.de

Dass die Aktie prompt nach Bekanntgabe der Ergebnisse noch einmal abrutschte, führen Analysten auf die defensive Prognosepolitik des Unternehmen zurück. Viele Beobachter hatten mit den guten Zahlen mit einer Anhebung der Jahresprognose gerechnet. Die blieb aber auch und wird nun für Januar allgemein erwartet.

Die Strategie der Schweizer macht unabhängig von der Reaktion auf die aktuellen Zahlen laut Experten Sinn. Das Unternehmen hatte sich durch die Übernahme von Astro aus Deutschland, einem Hersteller von Gaming-Headsets, gezielt in der Wachstumsnische verstärkt. Laut dem niederländischen Marktforschungsunternehmen Newzoo ist der E-Gaming-Markt global in diesem Jahr auf 138 Milliarden Dollar Umsatz angewachsen, ein Plus von 80 Prozent binnen fünf Jahren. Und bis 2021 soll sich der Markt auf über 180 Milliarden Dollar ausdehnen. Großverdiener sind dabei die Hersteller von Spielen wie Activision Blizzard oder die Konsolenhersteller wie Sony und Microsoft, aber auch Logitech dürfte ein kleines Stück vom Umsatz- und Gewinnkuchen abbekommen.

AB