Lanxess: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 1 Jahr

Aktie des Tages Lanxess: Kommt da noch mehr?

Stand: 29.01.2018, 14:13 Uhr

Im vergangenen Jahr pendelte die Lanxess-Aktie zwischen 60 und 70 Euro hin und her. Seit Jahresbeginn ist sie nun nach oben ausgebrochen und hat ein Rekordhoch erklommen. War das nur ein Strohfeuer oder kommt noch mehr?

Für die auf technische Analysen spezialisierten Experten von HSBC Trinkaus ist der jüngste Kursanstieg ein starkes Signal für weitere Schritte in Richtung 80 Euro. Unter dem Strich laufe die Lanxess-Aktie bereits seit sieben Jahren seitwärts, woraus sich langfristig noch ein deutlich größeres Anschlusspotenzial ergebe.

Der jüngste Ausbruch des MDax-Titels nach oben werde durch das höchste Handelsvolumen seit November bestätigt, wodurch das Risiko eines Fehlausbruchs verringert werde. Aus charttechnischer Sicht noch wichtiger erachten die Fachleute aber die Tatsache, dass das Papier das Hoch von 2013 bei 69,99 Euro überschritten und ein neues Rekordniveau erklommen habe.

Starke Zahlen erwartet

Lanxess-Zentrale in Köln

Lanxess-Zentrale in Köln. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Auch Fundamentalanalysten wie Peter Spengler von der DZ Bank sind der Meinung, dass die Aktie des einst zum Bayer-Konzern gehörenden Spezialchemieherstellers sein Potential noch nicht ausgeschöpft hat. Spengler hat deshalb letzte Woche den fairen Wert für Lanxess von 74 auf 83 Euro angehoben und die Einstufung auf "Kaufen" belassen.

Das voraussichtlich starke Umsatzplus im vierten Quartal 2017 - genaue Zahlen gibt's erst Mitte März - gehe auf die Konsolidierung des im Frühjahr übernommenen US-Unternehmens Chemtura zurück. An seinen Gewinnschätzungen änderte Spengler nichts. Den von der Presse erwarteten Übernahmeversuch des Spezialchemiegeschäfts von Akzo sieht der Analyst positiv. Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte Mitte Dezember berichtet, Lanxess wolle gemeinsam mit dem Finanzinvestor Apollo ein Gebot vorlegen.

Vertrauensbeweis Warren Buffett

Als Vertrauensbeweis in den guten Lauf der Lanxess-Aktie gilt auch die Ende Dezember bekannt gewordene Zukauf von Anteilen durch bekannte Großanleger. Laut den Stimmrechtsmitteilungen stockten Starinvestor Warren Buffett und der Staatsfonds von Singapur ihre Beteiligungen jeweils auf mehr als fünf Prozent auf von zuvor jeweils gut drei Prozent auf.

Warren Buffett

Warren Buffett. | Bildquelle: picture-alliance/dpa

Ein Einstieg Buffetts sorgt bei vielen Investoren für Aufmerksamkeit. Über Jahrzehnte investierte er vor allem in seiner Meinung nach unterbewertete Unternehmen, an denen er in der Regel sehr lange beteiligt bleibt.

Die Zahlen sprechen ebenfalls für das Leverkusener Unternehmen. Danach ist das bereinigte Ebit im dritten Quartal um 37,7 Prozent auf 106 Millionen Euro gestiegen. Die Erlöse kletterten von 1,92 auf 2,4 Milliarden Euro, ein Plus von 25,1 Prozent. Auch das vierte Quartal dürfte robust verlaufen sein.

Doch es gibt auch pessimistische Stimmen. Sie verweisen vor allem auf die starke Konjunkturabhängigkeit der chemischen Industrie. Zwar könnte die Chemieindustrie ihren guten Lauf noch einige Quartale fortsetzen, dann dürfte sich die Lage aber eintrüben, glaubt Analyst Chetan Udeshi von JPMorgan. Zudem sei der Sektor - getrieben von Übernahmen, steigenden Preisen und einer starken Konjunktur - bereits sehr hoch bewertet. Vor diesem Hintergrund sollten Anleger selektiv vorgehen und defensive Werte bevorzugen. Lanxess gehört nicht dazu.

lg

Das Unternehmen machte im Dezember Schlagzeilen, als Warren Buffett einstieg. Das Papier markierte jüngst ein Allzeithoch, nachdem es 2017 seitwärts lief, hat jetzt offenbar Nachholbedarf (Wellenreiter vom 17.1., S. 5; HSBC Daily vom 18.1.)