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Aktie des Tages: Lenzing Kursgewinne mit österreichischen Fasern

Stand: 23.08.2017, 11:20 Uhr

Zu den Gipfelstürmern an der Wiener Börse zählen die Aktien von Lenzing. Die Firma hat sich auf holzbasierte Zellulosefasern spezialisiert, die in der Textil- und Hygieneindustrie verwendet werden. Wie stark das Geschäft boomt, zeigen die Halbjahreszahlen.

Während fast alle Viskosefaserwerke in Europa verschwunden sind, laufen die Anlagen von Lenzing in Österreich und Großbritannien auf Hochtouren. Das im österreichischen Leitindex ATX notierte Unternehmen profitiert vom zunehmenden Trend zu Naturfasern. Die Nachfrage nach Viskose- und Zellulose-Spezialfasern ist groß. So setzt beispielsweise der Modekonzern Zara die Spezialfaser "Refibra" von Lenzing ein. Die Viskosefasern von Lenzing werden zu Bekleidung, Bettwäsche, Wattepads oder Tampons weiterverarbeitet.

Profiteur der zunehmenden Baumwolle-Knappheit

Zwar machen holzbasierte Zellulosefasern bisher erst weniger als ein Zehntel des Gesamtfasermarkts aus. Der Anteil dürfte aber in naher Zukunft steigen. Experten prophezeien ein Wachstum von fünf bis sechs Prozent im Markt der Zellulosefasern bis 2020. Wegen der zunehmenden Verknappung des Angebots dürfte dagegen der Markt für Baumwolle nur um ein Prozent steigen. Denn die Baumwollproduktion kann in den nächsten Jahren nicht mehr ausgeweitet werden.

Lenzing-Chef Stefan Doboczky

Lenzing-Chef Stefan Doboczky. | Bildquelle: picture alliance/APA/picturedesk.com

Die Preise für Viskose und Zellstoff sind zuletzt deutlich angestiegen. Das lässt die Kassen bei Lenzing klingeln. Der österreichische Faserhersteller hat im ersten Halbjahr ein Rekordergebnis erzielt. Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) verdiente Lenzing 270,7 Millionen Euro - über ein Drittel mehr als im Vorjahreszeitraum. Dank höherer Preise für die Lenzing-Produkte erwartet der Konzern auch für das Gesamtjahr ein deutliches Ergebnisplus.

Einer der Börsenlieblinge im ATX

Anleger reagieren erfreut. Die Aktien von Lenzing springen am Mittwochvormittag um neun Prozent nach oben und klettern auf den höchsten Stand seit zwei Monaten. Seit Jahresbeginn haben die ATX-Titel gut 38 Prozent zugelegt. Damit zählen sie zu den Top-Performern im Wiener Leitindex. Der ATX hat in  diesem Jahr schon 21 Prozent gewonnen und war neben Griechenland die beste Börse in Europa.

Im Frühjahr hatte es einen kurzen Rückschlag für Lenzing gegeben. Nachdem der Mehrheitseigentümer, die B&C Privatstiftung, seine Beteiligung verringert hatte, sackte der Kurs im Mai ab. Im Juli fiel er unter 150 Euro. Inzwischen hat er sich wieder erholt.

nb

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Österreichische Börsen-Zuckerl Die ATX-Stars

<b>Raiffeisen Bank Intl.</b><br />Superstar im ATX ist auf Ein-Jahres-Sicht eine Bank: die Raiffeisen Bank International, kurz RBI. Die Aktien des Wiener Geldinstituts haben einen Kurssprung von 125 Prozent hingelegt. Die RBI, die seit Jahresbeginn mit ihrer Mutter Raiffeisen Zentralbank verschmolzen ist, hat sich inzwischen gesund geschrumpft. Sinkende Vorsorgen für faule Kredite und die stabile Wirtschaftsentwicklung in Osteuropa bescherten der Großbank einen Gewinnsprung im zweiten Quartal auf rund 365 Millionen Euro. Das ist fast drei Mal so viel wie im Vorjahreszeitraum. Im ersten Halbjahr konnte der Überschuss mehr als verdoppelt werden auf 585 Millionen Euro. Die harte Kernkapitalquote kletterte auf 12,6 Prozent. Mittelfristig soll sie bei 13 Prozent liegen. Von den Rekordniveaus im Jahr 2007 ist der Aktienkurs der RBI aber noch meilenweit entfernt.: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 1 Jahr

Raiffeisen Bank Intl.
Superstar im ATX ist auf Ein-Jahres-Sicht eine Bank: die Raiffeisen Bank International, kurz RBI. Die Aktien des Wiener Geldinstituts haben einen Kurssprung von 125 Prozent hingelegt. Die RBI, die seit Jahresbeginn mit ihrer Mutter Raiffeisen Zentralbank verschmolzen ist, hat sich inzwischen gesund geschrumpft. Sinkende Vorsorgen für faule Kredite und die stabile Wirtschaftsentwicklung in Osteuropa bescherten der Großbank einen Gewinnsprung im zweiten Quartal auf rund 365 Millionen Euro. Das ist fast drei Mal so viel wie im Vorjahreszeitraum. Im ersten Halbjahr konnte der Überschuss mehr als verdoppelt werden auf 585 Millionen Euro. Die harte Kernkapitalquote kletterte auf 12,6 Prozent. Mittelfristig soll sie bei 13 Prozent liegen. Von den Rekordniveaus im Jahr 2007 ist der Aktienkurs der RBI aber noch meilenweit entfernt.