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Aktie des Tages Kursfeuerwerk bei Medigene

Stand: 01.09.2017, 11:30 Uhr

Was ist da los? Die Aktien von Medigene sind seit Donnerstag um knapp 35 Prozent nach oben gesprungen. Die jüngste Mega-Übernahme in der Biotech-Branche sorgt für ganz neue Phantasie bei dem TecDax-Titel.

Auf Krebstherapien spezialisierte Biotech-Firmen sind die neuen Zielobjekte von "Big Pharma". Der Pharmariese Gilead zahlt fast zwölf Milliarden Dollar für Kite. Das kalifornische Unternehmen hat sich auf die Krebstherapie mit genetisch veränderten Abwehrzellen - so genannte CART-T-Zellen - spezialisiert, die den Krebs erkennen und bekämpfen sollen. Experten trauen den CART-T-Zelltherapien nach einer Zulassung Milliardenumsätze zu. Entsprechend heiß ist dieses Feld der Krebsimmuntherapie umkämpft.

Potenzial bis 19 Euro?

Angesichts des Gilead-Kite-Deals halten mehrere Analysten Medigene für deutlich unterbewertet. Würde das Münchner Biotech-Unternehmen an der Börse vergleichbar bewertet wie die von Gilead gekaufte Kite, müsste die Marktkapitalisierung bei gut einer Milliarde Euro liegen, rechnet Equinet-Experte Thomas Schießle vor. Aktuell liegt sie bei gut 282 Millionen Euro. Dementsprechend traut Schießle der Aktie von Medigene einen Kursanstieg auf 18,50 Euro zu. Baader-Analyst Bruno Bulic sieht sogar ein Potenzial von bis 19 Euro.

Momentan notieren die TecDax-Papiere bei 12,74 Euro. Die Aktien der Münchner haben in dieser Woche ein beeindruckendes Comeback hingelegt. Am Donnerstag sausten sie um 19 Prozent nach oben. Am Freitag geht es um weitere zwölf Prozent aufwärts. Die Kursverluste seit Jahresbeginn wurden damit wettgemacht.

Präsentation auf US-Konferenz

Medigene-Labor

Medigene-Labor. | Bildquelle: Unternehmen

Dolores Schendel, Forschungs- und Entwicklungsvorstand von Medigene, nannte den jüngsten Übernahmevorstoß von Gilead als Beleg dafür, wie interessant Immuntherapien auch aus kommerzieller Hinsicht seien. Die Münchner könnten auf einer Immuntherapie-Konferenz in den USA Anfang September die Fantasie weiter anheizen. Medigene will dort die Vorzüge seiner Screening-Plattform demonstrieren, mit der für verschiedene Tumore nach jeweils passenden Immunantworten gesucht werden kann.

Novartis läutet neue Ära in der CAR-T-Therapie ein

Der Schweizer Pharmakonzern Novartis hat jüngst mit einer neuartigen Gentherapie den Anschluss in der als Durchbruch geltenden Krebs-Immunbehandlung geschafft. Mit der Zulassung des Medikaments Kymriah zur Behandlung von Blutkrebs durch die US-Arzneimittelbehörde FDA läuten die Baseler eine neue Ära ein. Das unter der Bezeichnung CTL019 bekannte Präparat kommt als erste sogenannte CAR-T-Therapie auf den Markt.

Bei dieser Behandlung mit genetisch veränderten Abwehrzellen entnehmen Ärzte dem Patienten T-Zellen des Immunsystems, modifizieren sie mit dem Ziel, dass sie die Krebszellen als feindlich erkennen und injizieren sie zurück. Im Feld der Krebsimmuntherapie hat damit Novartis inzwischen die Nase vorn - vor Kite sowie den weiteren US-Biotechfirmen Juno und Bluebird.

nb