Jenoptik: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 1 Jahr

20 Jahre an der Börse Jenoptik: Der ostdeutsche Börsenstar

Stand: 15.06.2018, 15:24 Uhr

Jenoptik ist eine der wenigen Erfolgsgeschichten ostdeutscher Unternehmen an der Börse. Anleger, die von Anfang an dabei waren, dürfen sich über eine schöne Kursentwicklung freuen.

Der ehemalige Vorstandvorsitzende der  Jenoptik AG Lothar Späth auf der HV 2000

Lothar Späth. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Vor 20 Jahren, am 16. Juni 1998, ging Jenoptik an die Börse. Der Ausgabepreis lag damals bei 34 DM, umgerechnet 17,38 Euro. Bereits am ersten Handelstag verbuchte das Papier Kursgewinne von rund 30 Prozent. Dass das Unternehmen damals bereits eine Erfolgsgeschichte war, lag auch mit an dem damaligen Vorstandschef Lothar Späth. Der auch gern als "Cleverle" bezeichnete ehemalige CDU-Politiker und Ministerpräsident Baden-Württembergs hatte 1991 kurz nach seinem Abschied aus der Politik das Zepter bei der Jenoptik GmbH übernommen. Hervorgegangen aus dem VEB Carl Zeiss Jena gilt Jenoptik als eine der wenigen Beispiele einer gelungen Privatisierung eines ehemaligen Industriebetriebs der DDR.

Im Jahr 2000 kurz nach dem Höhepunkt der Dotcom-Blase, der Euro war als Rechenwährung an der Börse bereits eingeführt, wurde das Papier auf 36 Euro nach oben gespült. Doch mit dem Platzen der Blase ging es für die Jenoptik-Aktie steil nach unten. Der Tiefpunkt wurde im Jahr 2009 unter drei Euro markiert. Seitdem hat sich das Papier wieder massiv erholen können. Erst im laufenden Jahr markierte der TecDax-Titel bei 39,54 Euro ein Rekordhoch.

Jenoptik Kursverlauf von 1998 bis Juni 2018

Kursverlauf der Jenoptik-Aktie seit 1998. | Grafik: boerse.ARD.de

Breit aufgestellt

Jenoptik ist unter anderem im Bereich Optik und bei Zulieferungen für die Gesundheits-, Automobil- und Rüstungsbranche aktiv. Größter Aktionär ist die Thüringer Industriebeteiligungs GmbH mit einem Anteil von elf Prozent. Der Rest befindet sich im Streubesitz.

Im Sommer vergangenen Jahres hatte das TecDax-Unternehmen seine Expansion in den USA vorangetrieben und dazu unter anderem einen Standort im Silicon Valley eröffnet. Hier sollen Applikationen für Kunden entwickelt werden.

Grundsätzlich will sich Jenoptik mit seinem 3.700 Mitarbeitern und einem jährlichen Umsatz von knapp 750 Millionen Euro wieder auf die Wurzeln konzentrieren, auf die Kernsparten Optik und Optoelektronik mit Lasern, Sensoren und optischen Messsystemen für die Industrie, Medizintechnik und Verkehrsüberwachung. Das Militärtechnikgeschäft soll künftig unter einer eigenen Marke firmieren. Vorerst will man sich davon aber nicht trennen.

ME