Isra Vision: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 1 Jahr

Aktie des Tages Isra Vision: Zu heiß gelaufen?

Stand: 21.08.2017, 15:57 Uhr

Die Aktie des Darmstädter Spezialisten für industrielle Bildverarbeitung hat bisher alle Voraussagen übertroffen. Doch nach einem Anstieg von 70 Prozent seit Jahresbeginn hat sich der Hype inzwischen etwas abgekühlt. Ist die Aktie nun zu teuer?

Zumindest ist das Papier seit dem Hoch Anfang Juni bei knapp 169 Euro in eine Konsolidierungsphase eingetreten, die seit heute andauert. Marktexperten sprechen gar von einer leichten Schwäche, pendelt die Aktie doch seit über sechs Wochen um die Marke von 150 Euro.

Grund zum Meckern haben Value-Investoren trotzdem nicht: Seit Jahresbeginn bleibt immer noch ein satter Zugewinn von 50 Prozent. Tatsächlich laufen die Geschäfte des vom türkischstämmigen Elektrotechniker Enis Ersü in Darmstadt gegründeten Unternehmens glänzend.

Nicht auf Erfolgen ausruhen

In den ersten sechs Monaten des aktuellen Geschäftsjahrs kletterte das Ebitda im Vorjahresvergleich um 13 Prozent auf 18,4 Millionen Euro. Daraus resultiert eine Ebitda-Marge von 31 Prozent zum Umsatz und 28 Prozent zur Gesamtleistung. Mit einer Steigerung auf 11,7 Millionen Euro liegt das Ebit (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) um zehn Prozent über dem vergleichbaren Vorjahreswert. der Netto-Cash-Flow beläuft sich auf 1,4 Millionen Euro.

Ausruhen kann sich Isra Vision auf seinen Erfolgen nicht. Dazu bleibt der Druck der ausländischen Konkurrenten zu hoch. Auch muss Isra Vision unablässig am Ausbau seiner internationalen Präsenz sowie an der ständigen Verbesserung der Produkte arbeiten.

Vorteile gegenüber Konkurrenz

Doch verfügt Isra im Vergeich zur Konkurrenz über eine Reihe von Vorteilen. So verfügt das Unternehmen als einer der Weltmarktführer für Oberflächeninspektionssysteme über eine mehr als 30-jährige Erfahrung. In dieser Zeit konnten sich die Darmstädter bei vielen Kunden eine Vertrauensbasis erarbeiten, die neue Mitbewerber nicht haben. Zudem kennt Isra den Markt und die Wünsche seiner Kunden sehr genau. Beide Punkte können zumindest gegenüber neuen Mitbewerbern einen Vorteil darstellen.

Auch die Nähe des Darmstädter Automatisierungsspezialisten zur ortsansässigen Technischen Universität bringt Vorteile. Denn an gut ausgebildeten Nachwuchskräften aus der Umgebung dürfte es Isra Vision nicht mangeln.

Analysten plädieren für "Halten"

Auge mit Isra-Schriftzug

Isra Vision AG. | Bildquelle: Unternehmen, colourbox.de, Montage: boerse.ARD.de

Was weiterhin für eine Nachhaltigkeit des unternehrischen Erfolgs spricht ist die Tatsache, dass der Gründer und Vorstandschef Enis Ersü 28,5 Prozent aller Isra Vision-Aktien besitzt und deshalb seine finanzielle Lage deshalb eng an den Unternehmenserfolg geknüpft ist.Zudem dürfte Ersü über das technische Know-How verfügen, das den Erfolg von Isra erst möglich gemacht hat.

Ermutigt von der Entwicklung im ersten Halbjahr und beflügelt von einem Auftragsbestand von aktuell 90 Millionen Euro brutto ist Isra zuversichtlich im laufenden Gesamtjahr 2016/2017 seinen Umsatz um zehn Prozent zu steigern und die Schwelle von 150 Millionen Euro zu knacken.

Und was sagen die Analysten: Sie sind ausnahmslos der Meinung, dass die Isra-Aktie auf dem derzeitigen Niveau angemessen bewertet ist. Oliver Pucker von Oddo Seydler hält jedenfalls 150 Euro pro Aktie für fair. Andere Beobachter wie Andreas Wolf von der Hamburger Privatbank Warburg hält gar einen Wert von 130 Euro für angemessen. Anne Gronski von Matelan Research bewertet die Isra-Aktie mit 128 Euro. Von einem Zukauf raten alle drei Analysten derzeit ab. Sie empfehlen das Papier zu halten. Es könnte also sein, dass sich die derzeitige Konsolidierungsphase noch eine Weile fortsetzt - zumindest bis zur Bekanntgabe der Neun-Monats-Zahlen am 31. August.

lg