Isra Vision: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 1 Jahr

Starke Wachstumsprognose Isra Vision spürt keine Schwäche

Stand: 30.08.2019, 10:19 Uhr

Die Sorgen um ein langsameres Wachstum bei Isra Vision scheinen unbegründet. Der Spezial-Maschinenbauer hat im vergangenen Quartal sein Ergebnis erneut zweistellig gesteigert und einen guten Ausblick gegeben. Die Anleger reagieren erleichtert.

Die Aktie des Darmstädter SDax-Unternehmens springt am Freitagmorgen um gut vier Prozent nach oben. Seit Ende Juli brachen die Papiere um 25 Prozent ein. Zuvor war der Kurs gut gelaufen. In den ersten sieben Monaten war der Titel um rund 70 Prozent gestiegen.

Zurück zum zweistelligen Wachstum 2019/20

Gut kam bei den Anlegern an, dass die Darmstädter im kommenden Geschäftsjahr wieder zweistellig wachsen wollen - sowohl beim Umsatz als auch beim Ertrag. Zudem habe der hohe Auftragsbestand beruhigt, hieß es.

In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2018/19 konnte Isra den Umsatz um lediglich acht Prozent auf knapp 111 Millionen Euro steigern. Stärker stieg die Profitabilität. Das Vorsteuerergebnis kletterte um 19 Prozent auf 24,5 Millionen Euro, womit die Margen sich ebenfalls verbesserten.

Das Management rechnet nun für das gesamte Geschäftsjahr 2018/19 mit einem ähnlich starken Wachstum wie im dritten Quartal. Zuvor war es von einem Plus bei Umsatz und Ertrag im niedrigen zweistelligen Prozentbereich ausgegangen.

Konjunkturelle Unsicherheit zu spüren

Auge mit Isra-Schriftzug

Isra Vision AG. | Bildquelle: Unternehmen, colourbox.de, Montage: boerse.ARD.de

Allerdings bekommen auch die Darmstädter inzwischen die weltweit zunehmenden konjunkturellen Unsicherheiten zu spüren. "Makroökonomische Faktoren" nähmen spürbar Einfluss auf die Dynamik beim Auftragseingang, hieß es weiter.

Das traditionell starke Schlussquartal dürfte nun darüber entscheiden, wie hoch das Wachstum ausfällt. "Die kommenden Wochen werden auch geprägt sein vom Abschluss einiger Großaufträge."

Übernahme von Photonfocus

Zuletzt rankten sich Übernahmefantasien um Isra Vision. Die Darmstädter verschoben ihre alljährliche Pressekonferenz. Doch stattdessen kündigte Isra einen Zukauf an. Vor wenigen Wochen gab der Spezial-Maschinenbauer die Akquisition der schweizerischen Photonfocus bekannt. Das Unternehmen entwickelt Sensormodule für die industrielle Bildverarbeitung mit hohen Geschwindigkeitsanforderungen.

Ende Juli wurde Isra Vision Opfer einer Short-Attacke von Otus Capital Management. Der Hedgefonds mit Sitz in London hatte eine Netto-Leerverkaufsposition in Höhe von 0,68 Prozent der Aktien eröffnet.

Die "sehenden Maschinen"

Isra Vision ist ein Spezialist für Oberflächeninspektion. Die "sehenden Maschinen" überwachen Fehler im Produktionsprozess. Ist ein Glasteil, ein Solarmodul oder ein Papier beschädigt, schlagen sie sofort Alarm.

Die Darmstädter sind in der Autobranche sowie in der Glas- und Solarindustrie aktiv. Auch im Metall- und Kunststoffbereich mischt Isra mit. Zudem überwacht das Unternehmen die Produktion von Banknoten.

Unklar ist, wer künftig das Unternehmen führen wird. Der langjährige Chef Enis Ersü will voraussichtlich 2020 abtreten. Bisher hat der türkischstämmige Unternehmer aber noch keinen Nachfolger gefunden.

nb