Huntington Ingalls: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 1 Jahr

Aktie des Tages Mit Huntington Ingalls die Ozeane beherrschen

Stand: 09.04.2018, 13:49 Uhr

Für die Weltmacht USA sind die Meere praktisch so gut wie eigenes Territorium. Dabei helfen die Kriegsschiffe von Huntington Ingalls. Für die Anleger war die Aktie seit dem Börsengang ein glänzendes Geschäft.

Beim Börsengang im Jahr 2011 hatte das Papier noch rund 40 Dollar gekostet. Im Februar dieses Jahres erreichte die Aktie ein Rekordhoch bei 270,88 Dollar. Aktuell notiert sie bei mehr als 255 Dollar. Seit Jahresstart gewannen Huntington etwa zwölf Prozent, während der Vergleichsindex S&P 500 um rund vier Prozent nachgab.

Die Wahl Donald Trumps war für die US-Rüstungsindustrie insgesamt eine gute Nachricht und hat den Aktien der umstrittenen Branche Rückenwind verschafft. Milliardenschwere Rüstungsdeals mit Saudi-Arabien sowie eine massive Erhöhung des Militärbudgets sorgen für gute Stimmung bei den Waffenproduzenten.

Was die Branche der Schiffsbauer betrifft, ist General Dynamics wohl der größte Konkurrent. Und das Geschäft ist kosten- und zeitintensiv: Bis zum Jahr 2050 soll die Anzahl der Schiffe auf 355 steigen. Aktuell verfügen die USA etwa über 270 Kriegsschiffe. Das wird die Aktie zwar kaum kurzfristig antreiben, langfristig gesehen ist das jedoch eine gute Aussicht.   

Huntington Ingalls Flugzeugträger USS Gerald R. Ford

Huntington Ingalls Flugzeugträger USS Gerald R. Ford. | Bildquelle: Imago

Neu im S&P 500    

Wer ethische Bedenken hat, sollte sich von Huntington Ingalls aber fernhalten. Der norwegische Pensionsfonds, einer der größten Staatsfonds der Welt, hat sich jüngst deswegen aus mehreren Firmen zurückgezogen. Die US-Unternehmen AECOM, Fluor Corp, Huntington Ingalls sowie der britische Rüstungskonzern BAE Systems wurden wegen ihrer Rolle bei der Herstellung von Atomwaffen ausgeschlossen.  

Der Konzern ist ein Spin-out des Rüstungskonzerns Northrop Grumman aus dem Jahr 2011. Der US-Rüstungskonzern hatte seine Schiffbausparte ausgegliedert und an die Börse gebracht. Als Grund nannte das Unternehmen, dass der Schiffbau nur wenig zu dem Kerngeschäft passe. Erst im Januar dieses Jahres wurde der Schiffbauer in den S&P 500 aufgenommen. Huntington baut Schiffe für die US-Navy und die US-Küstenwache – mit oder ohne nuklearen Antrieb.   

Abhängig vom Militärbudget

Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz um 5,3 Prozent auf 7,4 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn sank hingegen um 16,4 Prozent auf 479 Millionen Dollar. Trotzdem sehen Analysten die Aktie überwiegend positiv. Reuters-Angaben zufolge empfehlen fünf Fachleute die Aktie zu kaufen oder überzugewichten. Vier Experten raten sie zu halten, ein einziger würde sie verkaufen. wenn er sie im Depot hätte.  

Aber eines sollten Investoren - neben dem Währungsrisiko - nicht vergessen: Im abgelaufenen Jahr kamen weit mehr als 80 Prozent der Umsätze von der US-Navy, weitere rund zehn Prozent von der Küstenwache und anderen Regierungssektoren. Sollte sich der politische Wind irgendwann drehen, würde das Unternehmen massiv darunter leiden. Wie wahrscheinlich das allerdings in den USA ist, unter welchem Präsidenten auch immer, mag dahinstehen.

ts         

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