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Aktie des Tages Hermle: Nicht sexy, aber ziemlich heiß

Stand: 30.08.2017, 11:29 Uhr

Die Maschinenfabrik Hermle aus dem schwäbischen Gosheim ist einer jener Mittelständler, die Deutschlands Ansehen in der Welt ausmachen. Davon können auch Anleger profitieren.

Ein Blick auf den Chart bringt Anlegeraugen zum Leuchten, geht es mit der Hermle-Aktie doch die meiste Zeit nur bergauf. In den vergangenen fünf Jahren haben sich die im Prime Standard der Deutschen Börse, aber außerhalb eines der großen Indizes notierten Papiere vervierfacht. Hinzu kommt: das Unternehmen zahlt eine traumhafte Dividende.

Zur unveränderten Basisdividende von 0,80 Euro je Stamm- und 0,85 Euro je Vorzugsaktie wurde in diesem Sommer ein Bonus von 12,00 Euro für jede Aktie ausbezahlt, nach 10,00 Euro im Vorjahr. Damit stieg die Ausschüttung je Vorzugsaktie auf 12,85 Euro (10,85 Euro im Vorjahr).

Keine stürmischen Wachstumsraten

Dabei sind stürmische Wachstumsraten bei Hermle nicht zu finden. Vielmehr punktet das Unternehmen mit Verlässlichkeit und Nachhaltigkeit. Im ersten Halbjahr stieg der Konzernumsatz um 3,2 Prozent auf 188 Millionen Euro. Das inländische Geschäftsvolumen nahm um 2,1 Prozent, der Auslandsumsatz um 4,1 Prozent zu. Mehr als die Hälfte, genau 56 Prozent, der in Gosheim hergestellten Präzisionsfräsmaschinen gehen ins Ausland.

Das Hermle-Betriebsergebnis (Ebit) stieg in den ersten sechs Monaten dieses Jahres um 1,0 Prozent auf 40,2 Millionen Euro. Dass die Steigerung so bescheiden ausfiel, liegt an zwei großen Investitionsmaßnahmen, die in diesem Zeitraum verbucht wurden. Außerdem entfielen die Ergebnisbeiträge von im Vorjahr abgerechneten, einmaligen Großprojekten.

Investitionen verdoppelt

Tatsächlich haben sich die Ausgaben für Investitionen im ersten Halbjahr nahezu verdoppelt auf 9,5 Millionen Euro. Das Unternehmen modernisiert und vergrößert nämlich seine Produktionshallen am Standort Gosheim. Gleichzeitig wurde in der Nachbarregion Rottweil eine neue Produktionshalle errichtet.

Unabhängig davon achtet das noch immer zu knapp 35 Prozent von der Gründerfamilie Hermle beherrschte Unternehmen auf eine solide Kapitalausstattung. So stiegen die liquiden Mittel bis Ende Juni von 121 Milionen Euro auf 150 Millionen Euro. Das Eigenkapital kletterte von 230 Millionen auf 259,4 Millionen Euro. Daraus ergibt sich eine Eigenkapitalquote von stolzen 74,1 Prozent.

Fräsmaschine von Hermle

Fräsmaschine von Hermle. | Bildquelle: Unternehmen

Geduld mitbringen

Für das Gesamtjahr rechnet Hermle mit einem Konzernumsatz etwa auf Vorjahreshöhe oder leicht darüber. Das Betriebsergebnis dürfte auf oder etwas unter dem Vorjahresniveau von knapp 100 Millionen Euro liegen. Diese doch recht verhaltenen Perspektiven reißen die Anleger natürlich nicht vom Hocker. Doch wer Hermle kennt, weiß wie konservativ und vorsichtig die Unternehmensführung mit Prognosen umgeht. In der Vergangenheit war die tatsächliche Geschäftsentwicklung dann stets besser als erwartet.

Hat die Hermle-Aktie also noch Steigerungspotenzial? Bei derzeit gut 340 Euro je Anteilsschein und einem KGV von 24 sind die Titel zwar recht teuer. Auch sollten Anleger Geduld mitbringen. Wegen der geringen Liquidität kann die Hermle-Aktie monatelang in einer Seitwärtsposition verharren. Doch wer im entscheidenen Moment dabei ist, wird sich über steigende Kurse freuen können.

lg