Maschinenbau

Hermle VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 1 Jahr

Maschinenfabrik auf Rekordfahrt Hermle: Die Perle aus Gosheim

Stand: 23.03.2015, 11:34 Uhr

Sie sind das eigentliche Rückgrat der deutschen Wirtschaft: Mittelständler wie die am Fuße der schwäbischen Alp ansässige Maschinenfabrik Berthold Hermle. Von den guten Geschäften dieser börsennotierten Firma können auch Privatanleger profitieren.

Hermle ist einer der weltweit führenden Hersteller von Fräsmaschinen, die aufgrund ihrer Qualität und Präzision in anspruchsvollen Branchen wie der Medizintechnik, der optischen und der Luftfahrtindustrie zum Einsatz kommen.

Diese in Jahrzehnten gewachsene Spezialisierung macht sich seit einigen Jahren zunehmend bezahlt. Das Unternehmen konnte im letzten Jahr Umsatz und Ergebnis weiter zu steigern: Der Konzernumsatz erhöhte sich 2014 gegenüber dem Vorjahr um rund 13 Prozent auf mehr als 346 Millionen Euro.

Vom schwachen Euro profitiert

Dabei profitierte Hermle vor allem von der Abwertung des Euro und geringeren Einschränkungen im Russlandgeschäft. Dadurch konnte der Umsatz in den letzten Monaten des Jahres stark gesteigert werden. Außerdem konnte sich das Unternehmen auf einen hohen Auftragsbestand aus dem Vorjahr stützen, als große Einzelbestellungen aus dem Ausland eingegangen waren.

Fräsmaschine von Hermle

Fräsmaschine von Hermle. | Bildquelle: Unternehmen

Im vergangenen Jahr ist der Auftragseingang allerdings um rund sechs Prozent auf 332 Millionen Euro gesunken, wobei den Rückgängen im Ausland Steigerungen im Inland gegenüberstanden. Hermle spricht in diesem Zusammenhang von einer gewissen Normalisierung des Geschäfts, nachdem das Unternehmen in den Vorjahren zeitweise Zuwächse von 50 Prozent und mehr verzeichnet hatte.

Dividende steigt auf 10,85 Euro

Wegen der vollen Auslastung der Kapazitäten und der Begrenzung der Ausgaben konnte das Ergebnis überproportional zum Umsatz gesteigert werden: Nach vorläufigen Zahlen machte der Konzernüberschuss einen Sprung um mehr als ein Viertel auf 58 Millionen Euro. Das entspricht einer Netto-Umsatzrendite von 16,5 Prozent, nach 14,9 Prozent im Vorjahr.

An den guten Geschäften sollen auch die Aktionäre teilhaben. Zwar soll die Basisdividende von 0,80 Euro je Stamm- und 0,85 Euro je Vorzugsaktie unverändert bleiben. Hermle will jedoch einen Bonus von 10,00 Euro je Aktie zahlen, nach 7,20 Euro im Vorjahr. Damit wird sich die Ausschüttung je Vorzugsaktie von 8,05 Euro auf 10,85 Euro erhöhen.

Trend bleibt aufwärts gerichtet

Am Aktienmarkt kam die Nachricht gut an: Die im regulierten Markt der Börsen Stuttgart und Frankfurt gehandelten Papiere sind am Morgen kurz auf ein Rekordhoch von 194,99 Euro gesprungen - und notieren damit gut 20 Prozent höher als vor einem Jahr. Damit hat sich die Aktie seit der Finanzkrise 2009 als sie auf rund 40 Euro gefallen fast verfünffacht.

Und wie geht es nun weiter? Die Performance der Aktie ist seit dem 31. Dezember schwächer als der Dax. Doch die Aktie zeigt weiterhin eine deutliche Stärke. Sowohl der kurz- als auch der mittelfristige Trend ist aus charttechnischer Sicht aufwärts gerichtet.

Auch aus fundamentaler Sicht spricht derzeit viel für ein weiterhin erfolgreiches Jahr: Die Konjunktur in den USA und in Europa zieht weiter an. Zudem dürfte Hermle wie bereits im vierten Quartal auch 2015 von dem deutlich niedrigen Eurokurs profitieren. Eine Prognose für das laufende Jahr will die äußerst vorsichtig agierende Firma erst Ende April vorlegen.

lg