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Aktie des Tages Hapag-Lloyd taucht auf

Stand: 15.08.2017, 10:19 Uhr

Die Aktie der Containerreederei profitiert von der Fusionitis in der Branche - und von einen geringeren Kostendruck. Der Kurs erholt sich seither von seinem Tauchgang.

Im vergangenen Jahr sah es düster aus für Hapag-Lloyd: Der Preisverfall im Containergeschäft, dazu steigende Treibstoffpreise. Das Bild hat sich nun gewandelt.

Die Frachtraten zogen wieder an, nicht zu letzt, weil sich das Übernahmekarussell in der Branche dreht. So gibt es weniger Preisdruck auf dem Markt, die größeren Unternehmen halten sich im Preiskampf zurück.

Aktie reagiert auf Trendwende

Auch die Hapag-Lloyd-Aktie hat sich seither erholt: Vor zwölf Monaten hatte der Wert des Hapag-Papiers noch knapp 16 Euro betragen. Ende des Jahres verabschiedete sich der Kurs dann allmählich aus seinem Tauchgang.

Im Januar hatte der SDax-Titel mehr als 50 Prozent an Wert zugelegt. Ende Juni zog die Aktie noch einmal an, sie stieg um mehr als ein Viertel auf über 32 Euro. Seither hält der Kurs etwa dieses Niveau.

Hapag-Lloyd-Chef Rolf Habben Jansen hatte bereits vor einem Jahr eine Trendwende in der Branche prophezeit: Viele Reedereien hätten eingesehen, "dass es so auf Dauer nicht weitergehen kann – immer nur investieren, aber nie wirklich Geld verdienen". So seien auch die Bestellungen für Schiffe zurückgegangen, unwirtschaftliche Dampfer würden eher verschrottet.

Wenn das Karussell sich dreht...

In der Branche setzte zudem eine Konsolidierungswelle ein. Beispielsweise in China: Cosco und Orient Overseas International wollen sich paaren - und zu drittgrößten Conterinerreederei der Welt werden. Die beiden Unternehmen sind sich einig, nun wird auf das "Go" der chinesischen Kartellbehörden gewartet.

Auch Hapag-Lloyd selbst machte eine Fusion perfekt - mit dem arabischen Anbieter UASC. Auf der Rangliste der weltgrößten Container-Reedereien steht die fusionierte Gesellschaft mit rund 230 Schiffen auf Platz fünf. Hapag-Lloyd hofft darauf, dass die Synergieeffekte der Fusion 2019 einsetzen.

Standard & Poor's resümierte: "Der Zusammenschluss mit UASC hat Hapag-Lloyd zwar zusätzliche Schulden gebracht." Allerdings sei durch die Übernahme von UASC und deren Schiffe in den nächsten Jahren keine größeren Investitionen geplant. So würde Hapag-Lloyd mehr Cash Flow zur Tilgung der Schulden zur Verfügung stehen.

Bye bye, Tui

Im Juli verabschiedete sich Tui als Anteilgseigner von Hapag-Lloyd. Der Reisekonzern wollte sich auf sein Kerngeschäft besinnen und stieß seine Aktien ab. Das tat sowohl der Tui-Aktie als auch Hapag-Lloyd gut. Denn Tui hatte auf den richtigen Zeitpunkt zum Ausstieg gelauert, der Vollzug verschaffte nun auch endlich Klarheit für die Containerreederei.

cw