Ubisoft: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 1 Jahr

Aktie auf Rekordhoch Gut gespielt, Ubisoft

Stand: 18.05.2018, 11:22 Uhr

Sie heißen "Far Cry" oder "Assassin's Creed" - Computerspiele, die dem französischen Spieleentwickler Ubisoft ein Milliardengeschäft bescheren. Die Börse hat die Aktie schon länger entdeckt, aber das Ende der Fahnenstange scheint noch nicht erreicht.

Denn das Ubisoft-Papier steigt am Morgen an der Euronext in Paris auf ein neues Rekordhoch von 90,18 Euro und setzt damit seine zuletzt immer atemberaubendere Klettertour fort. Noch im März notierte die im französischen CAC Mid&Small-Cap-Index enthaltene Aktie bei rund 70 Euro und vor einem Jahr bei 47 Euro.

Ubisoft: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Aktuell sind es die Jahreszahlen des im März abgelaufenen Geschäftsjahres, die die Anleger zum Zugreifen animieren. Ubisoft hat den Umsatz im Jahresvergleich um knapp 19 Prozent auf 1,73 Milliarden Dollar gesteigert und dabei ein operatives Ergebnis (non-IFRS) von 300 Millionen Dollar erwirtschaftet. Das waren 26,2 Prozent mehr als im Geschäftsjahr 2016/17.

Vor allem die fünfte Version von "Far Cry" lief nach Angaben des Unternehmens sehr erfolgreich an. Es war der zweitgrößte Launch in der Firmengeschichte und erzielte bereits in der ersten Erscheinungswoche 310 Millionen Dollar Umsatz. Aber auch bei "Assassin's Creed" und "Mario und Rabbits Kingdom Battle" lief es gut. Der Großteil des Umsatzes kam im vergangenen Jahr von der Play Station 4 mit einem Anteil von 42 Prozent, 23 Prozent von der Xbox One

Drei neue Spiele in den Pipeline

Assassin’s Creed – Origins

Assassin’s Creed – Origins. | Bildquelle: Ubisoft

Zusammen mit den Bilanzdaten hat Ubisoft auch Informationen zu gleich drei weiteren Spielen gegeben, die bis zum Ende des laufenden Geschäftsjahres im März 2019 zu erwarten sind. So soll Ende Juni das Autorennspiel "The Crew 2" auf den Markt kommen. Offiziell angekündigt wurde auch von auf Tom Clancys Romanen inspirierte Kampfspiel "The Division 2", für das es aber noch keinen Termin gibt. Nummer drei ist noch ungenannt, aber es könnte sich um "Watch Dog 3" handeln. Verschoben wird hingegen die Erscheinung von "Skulls & Bones", eines Spiels um Schiffsschlachten. Das ursprünglich für dieses Jahr angekündigte Spiel ist nun für das Geschäftsjahr 2019/20 angekündigt.

Spielefirmen voll im Trend

Im weiteren Ausblick erwartet Firmenchef Yves Guillemot für das laufende Geschäftsjahr einen Umsatz von zwei Milliarden Euro. Guillemot sieht vor allem im digitalen Bereich ein großes Wachstum. Dazu sollen eSports weiter ausgebaut und mehr Publikum durch neue Formen des Spielens und Streamings erreicht werden. Ubisoft war lange im Visier von Vivendi, ehe der chinesische Onlinehändler Tencent einstieg. Er ist Großaktionär mit aktuell fünf Prozent der Anteile.

Onlinespiele erreichen mittlerweile ein Millionenpublikum. Ubisoft zählte im vergangenen Jahr 88 Millionen aktive Spieler. Die Branche boomt, wie auch die jüngsten Zahlen des finnischen Spiele-Entwicklers Rovio zeigen. Rovio, das mit dem beliebten Spiel Angry Birds unterwegs ist, verdoppelte sein Betriebsergebnis im ersten Quartal im Jahresvergleich auf zehn Millionen.

Gerade das Beispiel Rovio zeigt aber, dass die Risiken hoch sind. Vor allem, wenn die Abhängigkeit von einem Spiel wie im Falle Angry Birds zu groß wird. Im Februar hatte das Unternehmen seine Umsatzprognose gesenkt und damit die Börse geschockt. Der gesenkte Ausblick wurde nun aber bestätigt, was an der Börse für Erleichterung sorgte.

rm

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