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Aktie des Tages Ist Google der nächste Billionen-Champion?

Stand: 04.09.2018, 06:45 Uhr

Eine Billion US-Dollar Börsengewicht: Diese gigantische Schwelle hat bisher erst Apple überschritten. Aber auch die Google-Mutter Alphabet könnte das schaffen, dank ihrer Tochter Waymo mit ihren Robo-Taxis.

Die Wall Street unterschätzt Alphabet gewaltig, glauben die Analysten von Morgan Stanley. Sie unterschätzt vor allem den Wert von Waymo, der Abteilung von Alphabet für selbstfahrende Autos. Waymo werde das nächste große Wachstumsgeschäft des Konzerns. Aktuell sei der Wert von Alphabets autonomer Mobilitätssparte quasi nicht im Wert der Aktie eingepreist.

»Wir sehen die Einführung von Waymos Fahrdienst bis zum Jahresende als möglichen Katalysator für die Wertsteigerung.«

Morgan Stanley-Analyst Briten Nowak

Googles Erweckungsmoment

Ende des Jahres will Waymo sein erstes Angebot von selbstfahrenden Autos in San Francisco und Phoenix, Arizona, starten. Das dürfte der Erweckungsmoment von Alphabets nächstem Wachstumssegment sein, so die Einschätzung der Wall Street-Bank. Wie Morgan Stanley vorrechnet, hat Waymo als eigenständiges Unternehmen aktuell einen Wert von 45 Milliarden Dollar, aber das Potenzial für eine Bewertung von 175 Milliarden.

Alphabet könnte dank Waymo Kurs auf die Eine-Billionen-Dollar-Marke bei der Börsenkapitalisierung nehmen. Der Morgan Stanley-Analyst stufte daher das Kursziel vom Waymo-Mutterkonzern Alphabet deutlich auf 1.515 Dollar binnen der nächsten zwölf Monate nach oben. Das wären 20 Prozent mehr als aktuell - und die Billionengrenze wäre deutlich geknackt. Zum Vergleich: Man muss den halben Dax in die Waagschale werfen, um diese Börsenbewertung zu erreichen.

Auch Rob Sanderson von MKM Partners sieht Alphabet als Kandidat für den Billionenthron. Er hob das Kursziel für die Alphabet-Papiere jüngst auf 1.465 US-Dollar von ehemals 1.355 US-Dollar an. Bei den laut "FactSet" rund 696 Millionen Alphabet-Aktien entspräche dies einer Marktkapitalisierung von 1,02 Billionen Dollar. Allerdings dürfte Amazon laut Sanderson die Billionengrenze früher erreichen.

Der weltgrößte Werbekonzern

Alphabet ist durch sein Brot-und-Butter-Geschäft, die Werbung, so groß geworden. Über die Suchmaschine Google und die Videoplattform Youtube platziert der Konzern die Anzeigen anderer Unternehmen und kassiert dabei ab. Die Ende Juli präsentierten Quartalsergebnisse waren beeindruckend. Dank der boomenden Werbeerlöse schaffte der Internet-Konzern im zweiten Quartal erneut einen Milliardengewinn - trotz einer fünf Milliarden schweren EU-Rekordstrafe. Umsatz und Gewinn waren weit besser, und die Kosten zur Generierung des Nutzungswachstums deutlich niedriger als erwartet.

Die hohe Profitabilität zeigt sich in der operativen Marge von 24 Prozent. Die Dominanz auf dem Online-Werbemarkt ist beeindruckend: Seit zwei Jahren steigert der Internet-Riese den Umsatz in jedem Quartal um mehr als 20 Prozent. Seit drei Jahren beschleunigt sich das Wachstum sogar. Für 2018 rechnen Analysten mit 37 Milliarden Dollar Gewinn. Alphabet ist längst der weltgrößte Werbekonzern, kommt in den USA auf einen Marktanteil von 39 Prozent.

So viel Dominanz im Werbegeschäft ist natürlich auch ein Risiko: Dadurch ist der Konzern extrem abhängig. Internet-Werbung ist für weit mehr als 80 Prozent der Erlöse verantwortlich.

Steile Kursentwicklung

Der guten Börsenentwicklung tut das keinen Abbruch, die Aktie kennt seit dem Börsengang vor 14 Jahren nur eine Richtung: himmelwärts. Der Aktienwert hat sich vervielfacht. Erst Ende Juli erreichte der Kurs einen neuen Rekordwert von 1.291 Dollar. Und dank der vielen Werbemilliarden kann Konzernchef Larry Page mutig in neue Geschäftsfelder expandieren und in die Forschungsabteilung X investieren - und damit in die Zukunft.

bs

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Wettrennen der selbstfahrenden Autos Von Apple bis Toyota

Google Car

Google Car
Im Mai 2014 sorgte der Internet-Riese mit seinem futuristischen kugelrunden "Google Car" für Furore. Das Roboter-Auto kam ganz ohne Lenkrad aus. 100 Fahrzeuge des Prototyps wurden gebaut und in den USA getestet. Wann und ob das Roboter-Auto von Google in den Handel kommt, ist noch unklar. "Apple und Google wollen nicht Autobauer werden, sondern sie sehen die Möglichkeit, Dienste in Fahrzeugen anzubieten", sagte dazu jüngst Renault- und Nissan-Chef Carlos Ghosn.