General Electric: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 1 Jahr

Aktie des Tages GE muss weiter kämpfen

Stand: 21.07.2017, 15:49 Uhr

Seit Oktober 2015 hinkt die Aktie von General Electric den Indizes hinterher. In diesem Jahr ist sie sogar um 15 Prozent gefallen. Die jüngsten Quartalszahlen zeigen jedoch, dass es dem Konzern nicht ganz so schlecht geht wie befürchtet.

Der scheidende Vorstandschef Jeff Immelt legte am Mittag trotz aller Probleme bessere Quartalszahlen vor als die meisten Analysten erwartet hatten. Immelt, der am ersten August von John Flannery abgelöst wird, sagte GE befinde sich auf gutem Weg, das gesetzte Einsparziel von einer Milliarde Dollar in diesem Jahr zu erreichen oder sogar zu übertreffen.

Damit sei der Konzern in der Lage, den Umsatzschwund in diesem Jahr zu stoppen und ohne Zukäufe sogar um drei bis fünf Prozent zu steigern. Der um Sonderposten bereinigte Gewinn je Aktie soll 1,60 bis 1,70 Dollar erreichen.

Umsatz gesunken

Im zweiten Quartal ging es noch einmal abwärts. Der Nettogewinn sackte um mehr als die Hälfte auf knapp 1,2 Milliarden US-Dollar ab. Das um verschiedene Posten wie die Kosten für den Konzernumbau bereinigte Ergebnis sank um 45 Prozent auf 2,4 Milliarden Dollar oder 0,28 Dollar je Aktie. Damit schnitt GE noch besser ab als von Analysten mit 0,25 Dollar je Aktie erwartet.

Dabei war auch der Umsatz des Konzerns nicht ganz so stark gefallen wie von Experten befürchtet. Er sank um zwölf Prozent auf 29,6 Milliarden Dollar. Analysten hatten im Schnitt mit 29,15 Milliarden Dollar gerechnet. Dagegen konnte GE seinen Auftragseingang um sechs Prozent auf 28,3 Milliarden Dollar steigern. Der Auftragsbestand legte um zwei Prozent auf 326,8 Milliarden Dollar zu.

Ist die GE-Aktie unterbwertet?

Schwächer verlief das Geschäft mit Öl und Gas sowie mit Energie. Dort gingen die Gewinne zurück. Auch bei Transportsystemen musste der Siemens-Rivale Federn lassen. Höhere Ergebnisse erzielte GE hingegen in den Bereichen Luftfahrt, Medizintechnik und Erneuerbare Energien.

General Electric GE Vorstand Jeff Immelt

GE-Vorstand Jeff Immelt. | Bildquelle: picture alliance / dpa

An der New Yorker Börse verliert die Aktie am Freitag bis zu fünf Prozent. Keine gute Nachricht für den seit Oktober 2015 an GE beteiligten Hedgefondsmanager Nelson Peltz. Analysten und Fondsmanager wie Michael Kramer, Gründer des Vermögensverwalters Mott Capital Management, sind allerdings der Meinung, dass der Führungswechsel Anfang August und der eingeleitete Umbau des Unternehmens die Bewertung von GE beflügeln dürfte. Kramer traut der GE-Aktie kurzfristig einen Anstieg um 30 Prozent zu.

Analysten sind skeptisch

Sein Argument: GE erzielt ein ähnliches Ergebnis wie die Mischkonzerne Honeywell und United Technologies. Dennoch hat sich die Aktie dieser beiden Konzerne in den letzten Jahren besser entwickelt als die von GE. Folglich seien die GE-Papiere unterentwickelt. Der neue Chef John Flannery habe nun die Gelegenheit, die Investoren von einer höheren bewertung des Unternehmens zu überzeugen.

Zu einem ganz anderen Schluss kommt der Analyst Stephen Tusa von JPMorgan. Er hat das Kursziel für General Electric noch vor den neuesten Zahlen von 27 auf 22 Dollar gesenkt und die Einstufung auf "Underweight" belassen. Er hält den jüngsten Rücktritt des Chefs der Kraftwerkssparte für ein schlechtes Zeichen. Das deute auf eine schwächere Nachfrage und eine Kürzung der operativen Ausgaben hin. Auch Goldman Sachs hat das Kursziel für GE vor den jüngsten Quartalszahlen von 30 auf 29 Dollar gesenkt und die Einstufung auf "Neutral" belassen.

lg