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Aktie des Tages Foot Locker: Läuft da noch was?

Stand: 31.08.2017, 11:12 Uhr

Der Konkurrenzkampf im Sportartikelgeschäft wird immer härter. Neben Herstellern wie den Adidas-Konkurrenten Under Armour und Nike geraten auch die Handelsketten unter Druck. Besonders hart getroffen hat es Foot Locker.

Seit Jahresbeginn kennt die Aktie der weltbekannten Marke nur noch eine Richtung: nach unten. So hat sich der Kurs allein in den letzten vier Monaten mehr als halbiert, ist von 74 Dollar auf zuletzt 35 Dollar abgestürzt. Einen ähnlich drastischen Einbruch hatte es zuletzt während der Finanzkrise 2008/09 gegeben.

Was ist da passiert? Nach jahrelangem Wachstum von zehn Prozent und mehr bekommt Foot Locker nun die wachsende Konkurrenz aus dem Internet zu spüren, allen voran von Amazon. Im zweiten Quartal ist der Umsatz erstmals seit langer Zeit gesunken, um 4,4 Prozent auf 1,7 Milliarden Dollar. Auf vergleichbarer Basis gingen die Erlöse sogar um sechs Prozent zurück. Damit hatten die Analysten nicht gerechnet.

Gewinn eingebrochen

Der Gewinn brach von 127 Millionen auf 51 Millionen Dollar ein. Dafür ist zwar vor allem eine Sonderbelastung von 50 Millionen Dollar verantwortlich, doch die Tendenz weist nach unten. Genug, um die Aktionäre in die Flucht zu schlagen. Regelrechte Panik brach letzte Woche aus, als der Konzern dann auch noch seine Umsatzprognose für das laufende Jahr senkte.

Innerhalb von drei Tagen stürzte der Aktienkurs des in New York beheimateten Unternehmens um ein weiteres Drittel ab. Eine Übertreibung?

Konkurrenz aus dem Internet

Natürlich muss sich Foot Locker mittelfristig die Frage stellen, wie die Ladenkette gegen die wachsende Konkurrenz im Internet bestehen kann. Neben Amazon haben die Sportschuhhersteller selbst ihre Verkaufsplattformen aufgebaut, die Handelsketten wie Foot Locker zunehmend das Wasser abgraben. Allerdings wächst der Online-Handel auch von Foot Locker stetig und hat schon 15 Prozent des Gesamtumsatzes erreicht.

Foot Locker

Foot Locker. | Bildquelle: picture alliance / Photoshot

Auch sollten die Anleger nicht vergessen, dass sich Foot Locker nicht völlig von der derzeitigen Schwäche von Sportartikelherstellern wie Nike und Under Armour abkoppeln kann. Brechen die Verkaufszahlen dieser beiden Firmen eiIt, spüren das auch die Händler.

Günstiger Zeitpunkt

Foot Locker will die Hersteller nun drängen, die Entwicklung neuer Laufschuhe zu verkürzen. Es mangele derzeit einfach an innovativen Produkten, beklagte Vorstandschef Dick Johnson kürzlich. Gleichzeitig will Foot Locker auf die Kostenbremse treten, um den erwarteten Umsatzrückgang aufzufangen. Ob und wann diese Maßnahmen fruchten, bleibt abzuwarten.

Nach dem Kurssturz der vergangenen Monate ist die Aktie aus Sicht von Analysten wie John Kernanaber von Cowen & Company unterbewertet. Tatsächlich liege das KGV bei gerade einmal neun, während die Branche auf 21 komme. Auch dürfe nicht vergessen werden, dass Foot Locker ein Konzern sei, der im Geschäftsjahr 2017 einen Umsatz von 7,8 Milliarden Dollar und einen Gewinn von 664 Millionen Dollar erwirtschaftet habe.

Sicher sei die vorherige Börsenbewertung übertrieben gewesen, doch erscheine die derzeitige Marktkapitalisierung als zu niedrig. Für risikobereite Anleger, die an die Zukunft von Foot Locker glauben, könnte deshalb ein günstiger Zeitpunkt für einen Einstieg gekommen zu sein.

lg