Essilor: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 1 Jahr

Aktie des Tages Essilor: Bringt die Fusion den Ausbruch?

Stand: 17.05.2018, 08:32 Uhr

Seit Jahren ist die Aktie des französischen Brillenglasherstellers Essilor in einer Seitwärtsbewegung gefangen. Ob die bevorstehende Fusion mit dem italienischen Konkurrenten Luxottica der Aktie den nötigen Schwung verleiht?

Seit die Essilor-Aktie im Juli 2015 ein Rekordhoch von 127,50 Euro erklomm, ist das Papier des französischen Brillenglasherstellers in einer Seitwärtslage gefangen. Dabei pendelt das Papier zwischen 100 und 120 Euro. Selbst die Ankündigung einer Fusion mit dem italienischen Brillenhersteller Luxottica konnte die Anleger bisher nicht begeistern.

Zwar schnellte der Kurs der Essilor-Aktie kurz nach der Mitteilung der Fusionsabsichten zu Beginn des Jahres um fast ein Fünftel in die Höhe - und auch die Luxottica-Anteile gewannen deutlich an Wert. Doch die Freude währte nur kurz. Wegen schwacher Wachstumszahlen von Essilor ist die Euphorie rasch wieder verflogen.

Schwaches Wachstum

Auch die jüngsten Quartalszahlen sorgten für Enttäuschung. So hat Essilor zum Jahresstart weniger Umsatz gemacht als erhofft. Wegen des schlechten Wetters seien die Verkäufe in manchen Märkten nur schleppend in Gang gekommen, vor allem belasteten aber Währungseffekte. So gingen die Umsätze in den ersten drei Monaten des Jahres um 5,8 Prozent auf 1,83 Milliarden Euro zurück. Analysten hatten mehr erwartet. Währungsbereinigt und auf vergleichbarer Basis wären die Erlöse um 3,2 Prozent gestiegen.

Da in den kommenden Monaten neue Produkte eingeführt werden, zeigte sich der Konzern zuversichtlich, seine Ziele für das Gesamtjahr zu erreichen. 2018 erwartet Essilor ein Umsatzplus von rund vier Prozent. Die operative Marge soll sich auf mindestens 18,3 Prozent belaufen.

Fusion bis zum Sommer

Zudem geht Essilor geht weiterhin davon aus, die Fusion mit dem Ray-Ban-Hersteller Luxottica bis zum Sommer abschließen zu können, sobald alle Genehmigungen erteilt sind. Der Prozess zieht sich wegen kartellrechtlicher Prüfungen aber hin. Bei einer Verschmelzung würde in Zukunft der weltgrößte Brillenhersteller und der größte Hersteller von Gläsern unter einem Dach sein.

Auch Luxottica gab enttäuschende Umsatzzahlen bekannt. Zu konstanten Wechselkursen fielen die Verkäufe im ersten Quartal um 0,8 Prozent auf 2,14 Milliarden Euro. Die Erwartungen von Analysten wurden damit nicht erfüllt. Es handle sich um eine vorübergehende Schwäche aufgrund ungünstigen Wetters und der Restrukturierung des Großhandelsgeschäfts in China, hieß es.

Essilor

Essilor. | Bildquelle: Unternehmen

Aktie hat Potential ausgeschöpft

Die Analysten reagierten enttäuscht auf die Zahlen. Das Analysehaus RBC Capital beließ die Einstufung für Essilor auf "Underperform" mit einem Kursziel von 108 Euro. Der Brillenglashersteller habe im ersten Quartal enttäuscht, schrieb Analyst Piral Dadhania. Der Umsatz habe die Erwartungen der Experten verfehlt. Aus diesem Grund reduzierte er auch seine Prognose für das Ergebnis vor Zinsen und Steuern.

Auch der Experte von JPMorgan ist alles andere als begeistert. Er hat das Kursziel für Essilor nach den Zahlen zum ersten Quartal von 104,40 auf 102,00 Euro gesenkt und die Einstufung auf "Neutral" belassen. Das Abschneiden der Franzosen im ersten Quartal bezeichnete Analyst David Adlington als "unauffällig". Auch stehe die Fusion mit Luxottica immer noch aus. Nichts genaues wisse man über Zeitpunkt und Auswirkungen der Fusion.

Positive Alterspyramide

Dass die Essilor-Aktie demnächst aus ihrer Seitenlage nach oben ausbricht, erscheint den meisten Experten daher unwahrscheinlich. Dabei sehen die Augenoptiker eigentlich rosigen Zeiten entgegen. "Uns spielt die Alterspyramide die nächsten 25 Jahre in die Karten", sagte Josef May, Chef des Industrieverbands Spectaris auf der Fachmesse Opti in München: "Ältere Menschen werden automatisch zu Kunden. Die geburtenstarken Jahrgänge kommen jetzt erstmals in die Läden und kaufen Gleitsichtbrillen." Dabei dürften auch in Deutschland nicht alle Gläser von der Firma Rodenstock kommen, sondern von Essilor.

lg

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