EQS Group: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 6 Monate

Aktie des Tages EQS: Realer Umsatz mit virtuellen HVs

Stand: 22.05.2020, 14:31 Uhr

Der Trend zur virtuellen Hauptverhandlung hat bei EQS für ein unerwartet starkes erstes Quartal gesorgt. Bislang zählt der Technologieanbieter zu den Gewinnern der Corona-Krise. Das zeigt auch ein Blick auf den Aktienchart.

Seit Jahresbeginn hat die EQS-Aktie mehr als 50 Prozent zugelegt und kostet derzeit mehr als 96 Euro. Sie bewegt sich stetig auf die Marke von 100 Euro zu, das Rekordhoch liegt bei 97,50 Euro.   

Erst vor wenigen Tagen präsentierte das Münchener Unternehmen die Zahlen zum ersten Quartal, die an der Börse gut aufgenommen wurden. Bereinigt um die Umsätze der zum zweiten Halbjahr entkonsolidierten Ariva.de AG kletterten die Erlöse um 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Nettoverlust wurde drastisch von minus 1,58 Millionen Euro im Vorjahresquartal auf minus 255.000 Euro gesenkt.   

Erfolgsfaktor virtuelle HVs

EQS Group: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Das Wachstum sei auf eine steigende Nachfrage nach Video- und Audio-Webcasts und einem höheren Nachrichtenvolumen aufgrund der Covid-19-Pandemie zurückzuführen, teilt das Management mit. Achim Weick, Gründer und CEO kommentierte: "Wir hatten einen prima Start in das neue Geschäftsjahr. Wir spüren eine deutlich gestiegene Nachfrage nach digitalen Lösungen, wie zum Beispiel Video- und Audio-Webcasts."

Das ist auch ein Faktor, den Experten unterstreichen: "Die Gesellschaft sollte ab dem laufenden zweiten Quartal nennenswert von der vom Gesetzgeber ermöglichten Durchführung 'virtueller Hauptversammlungen' profitieren können, schreiben die Analysten von GSC Research. Seit einigen Wochen dürfen Unternehmen ihre Hauptversammlung präsenzlos und online abzuhalten, eine Möglichkeit, die natürlich intensiv genutzt wird.  

"Mittelfristig dürften die aktuellen Erfahrungen der Unternehmen in der Corona-Krise zudem auch eine Beschleunigung der Digitalisierung, die neben Regulierung und Globalisierung den dritten Hauptwachstumstreiber für den RegTech-Anbieter markiert, bewirken", prognostizieren die GSC-Fachleute. Für das Geschäftsjahr 2020 rechnet der Vorstand mit einem bereinigten Umsatzanstieg von zehn bis 20 Prozent. Auch das Ebitda soll sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich verbessern.

EQS Group Zentrale in München

Die EQS-Zentrale in München. | Bildquelle: Unternehmen

Professionelle Steuerung  

Die EQS Group bietet regulatorische Technologien und Kommunikationslösungen in den Bereichen Corporate Compliance und Investor Relations an. Mit einer speziellen cloudbasierten Software lassen sich nach Unternehmensangaben Compliance-​​Workflows in den Bereichen Hinweisgeberschutz und Case Management, Richtlinien-​​Management, Insiderlistenverwaltung und Meldepflichten professionell steuern.

Unter Compliance versteht man die Einhaltung von Regeln, Recht und Gesetz. Das Unternehmen wurde im Jahr 2000 in München gegründet und beschäftigt mehr als 350 Mitarbeiter.     

ts