Emmi: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 2 Jahre

Aktie des Tages Emmi: Mit Caffè Latte zum Erfolg

Stand: 21.05.2019, 11:29 Uhr

Die Aktionäre des Schweizer Milchverarbeiters Emmi können sich freuen: Ihre Papiere haben sich allein in den letzten vier Jahren verdreifacht. Was macht Emmi besser als die Konkurrenten?

Entscheidend zum Erfolg des Unternehmens beigetragen hat die frühe Orientierung in Richtung margenstarker Nischenprodukte. Dazu gehört ein 2004 eingeführtes Milchgetränk im Plastikbecher, das sich zu einem Verkaufsschlager entwickelt hat: Emmis Caffè Latte.

Eigenen Angaben zufolge ist Emmi damit Marktführer in Westeuropa mit einem Anteil von 17,2 Prozent - noch vor Starbucks und Nestlé. Weltweit werden mit kaltem Kaffee inzwischen 21 Milliarden Dollar umgesetzt. Tendenz steigend.

Wachsender Markt für Ziegenmilch

Zum Erfolg von Emmi hat auch das Geschäft mit Ziegenmilch beigetragen. So übernahm Emmi 2010 die Schweizer Marke Le Petit Chevrier stieg damit ins Geschäft mit Ziegenmilch ein. Seitdem hat das Unternehmen seine Marktsellung durch eine Reihe von Übernahmen, auch im Bereich Schafmilch, systematisch vergrößert. Dazu gehörte auch der Kauf von drei Ziegenmilchverarbeitern in Kalifornien.

In diesem Jahr kam die österreichische Firma Leeb dazu, die auch biologisch-vegane Milchersatzprodukte unter der Marke MyLove-MyLife vertreibt. Damit setzt Emmi seine Strategie fort, in lukrative, schnell wachsende Nischenmärkte zu investieren.

Erlöse legen zu

Zu Hilfe kommt dem Unternehmen dabei die zunehmende Kritik an Kuhmilch, von der immer mehr Menschen glauben, dass sie davon dick und krank werden - im Gegensatz zu Ziegenmilch, die als gesundheitsförderdend und leichter verdaulich gilt. Dass Ziegenkäse vorerst eine Nische bleiben wird, angesichts eines Anteils am europäischen Käsemarkt von lediglich fünf Prozent, hat Emmi bisher nicht geschadet. Im Gegenteil.

Emmi Caffè Latte

Emmi Caffè Latte. | Bildquelle: picture alliance / Peter Endig/dpa-Zentralbild/ZB

Mit dem Verkauf von Caffè Latte, Ziegenmilchprodukten und italienischen Desserts hat der Schweizer Konzern im vergangenen Jahr einen Gewinn von 233,3 Millionen Franken erzielt, nach 161,6 Millionen im Vorjahr. Zwar hat auch der Verkauf einer Beteiligung am amerikanischen Joghurthersteller "siggi's" dazu beigetragen, doch auch auf vergleichbarer Basis wäre der Gewinn immer noch um 8,6 Prozent gestiegen.

Marge gestiegen

Damit blieben bereinigt um den Verkaufserlös vom Umsatz 5,1 Prozent als Reingewinn übrig - im Vorjahr waren es noch 4,8 Prozent. Das ist mehr als Emmi selbst erwartet hatte. Der Umsatz kletterte auf 3,46 Milliarden Franken, nach 3,36 Milliarden im Vorjahr.

2018 sind die Transportkosten in die USA gestiegen, doch konnten sie durch höhere Margen bei den hochpreisigen Produkten wieder ausgeglichen werden. Zudem haben auch Rationalisierungs- und Sparmaßnahmen den anhaltenden Preisdruck bei einigen Produkten wett machen können.

Den Aktionären hat Emmi eine Dividende von 9,00 Franken pro Aktie gezahlt. Im Vorjahr hatte es zwar 10,00 Franken gegeben, doch war darin eine Sonderdividende von drei Franken aus dem Verkauf von "siggi's" enthalten.

Ehrgeizige Ziele

Für das laufende Jahr peilt das Unternehmen ein Unternehmenswachstum im Rahmen ihrer mittelfristigen Prognosen von zwei bis drei Prozent an. Das Ebit soll auf 215 bis 220 Millionen Franken steigen, nach 216,7 Millionen im Vorjahr. Bei Reingewinnmarge strebt Emmi mittelfristig 4,7 bis 5,2 Prozent an, nach zuvor 4,5 bis 5 Prozent zuvor.

Von den sieben Analysten, die Emmi beobachten, empfehlen vier das Papier zu kaufen, zwei plädieren zum Halten und einer hat sie auf Verkauf gestellt.

lg