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Aktie des Tages Der iPhone-Gewinner aus der Steiermark

Stand: 18.09.2017, 15:36 Uhr

Wenn es um die neuen iPhone-Modelle geht, ist die Steiermark eigentlich ganz weit weg. Doch das ist ein Irrtum, wie ein Blick auf die Aktie des Sensor- und Chipherstellers AMS zeigt.

Tatsächlich ist der Kurs der AMS-Aktie seit Anfang des Jahres um das Zweieinhalbfache gestiegen. Grund ist die Vorfreude auf die in der vergangenen Woche präsentierten neuen iPhones von Apple. Analysten gehen nämlich davon aus, dass der in der Nähe von Graz ansässige Sensor- und Chiphersteller AMS von den neuen Geräten stark profitieren dürfte.

Die Experten der Credit Suisse empfehlen daher die Aktie zum Kauf und geben ein Kursziel von 82 Schweizer Franken an. Die AMS-Papiere sind an der Schweizer Börse notiert. Die Analysten der MainFirst Bank gehen sogar noch einen Schritt weiter. Ihr Kursziel sind 95 Franken. In der vergangenen Woche kostete die AMS-Aktie erstmals mehr als 78 Franken - nach 28,50 Franken am 2. Januar diesen Jahres.

Stärkste Aktie an der Schweizer Börse

AMS

AMS. | Bildquelle: Unternehmen

Damit ist sie das Papier mit dem höchsten Kursgewinn am Schweizer Aktienmarkt in diesem Jahr - und das erfolgreichste, börsennotierte Unternehmen aus Österreich. Zum Vergleich: Das Papier des oberösterreichischen Flugzeugzulieferers FACC ist mit einem Kursplus von 114 Prozent der beste Wert an der Wiener Börse.

Damit ist AMS bereits 6,4 Milliarden Franken wert. Das Unternehmen, das im Vorjahr 550 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet hat, verkauft einen Teil seiner Produkte an den iPhone-Hersteller Apple.

Umsatz versiebenfacht

Im Einsatz kommen dürfte AMS besonders beim neuen iPhone X, das mit einem 3D-Sensor zur Gesichtserkennung ausgestattet ist. Für die österreichische Firma eine Riesenchance, denn nach Schätzungen der Credit Suisse könnte der Einbau der Sensoren einen Anstieg der mit Apple generierten Umsätze von 115 Millionen Euro im Jahr 2016 auf 780 Millionen Euro im Jahr 2019 bedeuten.

Außerdem sei es denkbar, dass Apple bestimmte Modelle mit einem zweiten 3D-Sensor (auf der Rückseite) ausstatte - dies könnte im zweiten Halbjahr 2018 oder im zweiten Halbjahr 2019 geschehen und würde möglicherweise nur teurere iPhone-Modelle betreffen, spekulieren die Credit-Suisse-Analysten. Käme es dazu, prognostizieren sie, dass damit zusätzliche Umsätze in der Höhe von 250 Millionen Euro erwirtschaftet werden könnten.

Verluste erhöht

In diesem Jahr dürfte AMS insgesamt eine Milliarde Euro umsetzen. Die Konsens-Schätzung für 2018 geht von einem Anstieg auf 1,4 Milliarden Euro aus. Beim Gewinn sieht es allerdings weniger gut aus - und das ist auch die schwerste Hypothek die auf der Aktie lastet.

Im zweiten Quartal (April bis Juni) fiel ein Minus von 17,8 Millionen Euro an, nach einem Verlust von 16,2 Millionen Euro im ersten Vierteljahr. AMS erklärt die Verschlechterung mit der Unterauslastung einer Fertigungsanlage in Singapur.

Beim operativen Ergebnis (Ebit) ergab sich im zweiten Quartal ein Verlust von 21,5 Millionen Euro oder zwölf Prozent des Umsatzes, verglichen mit einem positiven Ebit von 16,7 Millionen ein Jahr davor. Vor zukaufsbedingtem Aufwand und Aktienvergütung lag das bereinigte operative Ebit bei positiven 1,3 Millionen Euro, ein Rückgang von 24,4 Millionen Euro im Vorjahresvergleich.

Starkes viertes Quartal erwartet

Für das dritte Quartal erwartet AMS ein starkes Wachstum mit 260 bis 290 Millionen Euro Umsatz und einer bereinigten Ebit-Marge von über zehn Prozent. Die steigende Produktion optischer Sensoren lasse eine Rekordentwicklung im zweiten Halbjahr und ein erhebliches Umsatzplus im vierten Quartal erwarten, erklärt das Unternehmen mit Sitz in Premstätten bei Graz.

Die Analysten erwarten für das laufende Geschäftsjahr 2017 erstmals einen Gewinn je Aktie von 1,46 Euro. In den beiden Folgejahren soll er dann deutlich auf 3,50 Euro (2018) sowie auf 4,65 Euro (2019) anziehen. Was die Dividende angeht, prognostizieren sie je Aktie Ausschüttungen in der Höhe von 0,40 Euro (2017), 0,50 Euro (2018) und 0,60 Euro (2019).

lg