Delivery Hero: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 1 Jahr

Aktie des Tages Delivery Hero, der neue MDax-Held?

Stand: 18.06.2018, 14:16 Uhr

Inmitten deutscher Maschinenbauer, Chemie- und Konsumgüterhersteller tummelt sich seit heute der Essenslieferant im MDax. Delivery Hero hat trotz des ungewöhnlichen Geschäftsmodells viele Anleger und Analysten auf seiner Seite.

An der Börse schmeckt die Aktie der ehemaligen Rocket-Internet-Tochter eigentlich schon seit dem Börsengang vor rund einem Jahr. Vom Ausgabepreis bei 26,50 Euro hat sich der Titel Stück für Stück nach oben gearbeitet. Derzeit kostet die Aktie des Spezialisten für "Essen auf Rädern" fast 43 Euro. Zum Start in den MDax wurde sie gleich noch einmal mit leichten Aufschlägen begrüßt.

So wertvoll wie Puma und Brenntag

IPO Delivery Hero

IPO Delivery Hero. | Bildquelle: picture alliance / dpa, Unternehmen, Montage: boerse.ARD.de

Nach Börsenwert ist Delivery Hero zum Start im MDax nur etwa halb so groß wie Indexschwergewichte, Evonik oder Innogy bringen zwischen 15 und 20 Milliarden Euro auf die Börsenwaage. Mit seinen derzeit 7,7 Milliarden Euro Marktkapitalisierung reiht sich der Neuling aber schon im unteren Mittelfeld ein. Der Chemiehändler Brenntag oder der Sportartikel-Hersteller Puma, der ebenfalls in den MDax zurückgekehrt ist, kommen auf ähnliche Werte.

An Delivery Hero gefällt den Investoren und auch den Experten, was so mancher Konzern aus der "old economy" vermussen lässt: Wachstumsfantasie. Zum einen liegt die Essenslieferung nach Hause im Trend bei vielen Menschen. Das Unternehmen hat sich aber inzwischen weltweit ein Unternehmensportfolio zusammengekauft, in Deutschland ist man etwa über die ehemalige Rocket-Internet-Beteiligung Foodora, Lieferheld und Pizza.de vertreten.

Handelsumsätze Food Delivery

Handelsumsätze Food Delivery. | Bildquelle: Company Data, Morgan Stanley Research, Grafik: boerse.ARD.de

Rocket gab Anteile weiter

Inzwischen haben die Samwer-Brüder bei Rocket Internet ihre Beteiligung an Delivery Hero zum Großteil an den südafrikanischen Medienkonzern Naspers weitergereicht, der mit 22,8 Prozent damit zum größten Aktionär bei Delivery Hero aufstieg. Rocket Internet hält noch 8,4 Prozent der Aktien. Mehr als die Hälfte der Anteile befinden sich heute in Streubesitz.

Bislang allerdings macht der Essenslieferdienst noch keinen Gewinn. Nach Unternehmensangaben soll bis Ende des vierten Quartals erstmals die Gewinnschwelle und das auch nur auf Monatsbasis erreicht werden. Um Geld für weiteres Wachstum einzusammeln, gab das Unternehmen im März mehr als 18 Millionen neue Aktien aus, die teils an den Markt, teils an Minderheitsaktionäre gingen.

Analysten selten einig: Kaufen

Unter 13 Analysten, die dpa-AFX befragt hat gibt es derzeit nur vom Analysehaus RBC Capital eine "Neutral" Votum. Alle anderen Experten empfehlen die Aktie zum Kauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt mit 45,56 Euro allerdings nicht allzu weit oberhalb des derzeitigen Standes. JPMorgan hält bei der Delivery-Hero-Aktie sogar 59 Euro auf Jahressicht für möglich. Dafür allerdings müsste wohl in absehbarer Zeit einmal eine schwarze Null in Aussicht gestellt werden.

Durch den MDax-Aufstieg hat die Aktie nun noch deutlich mehr Aufmerksamkeit - auch internationaler Investoren - bekommen. Für sie ist zum Teil die Mitgliedschaft in einem der großen deutschen Indizes Voraussetzung für ein Engagement. Auch Indexfonds müssen die Delivery-Hero-Aktie nun von ihren SDax-Fonds in die MDax-ETFs umziehen.

AB