Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 1 Jahr

Aktie des Tages Jetzt bei Daimler einsteigen?

Stand: 17.12.2018, 14:05 Uhr

Drohende Strafzölle, die Umwälzungen der E-Mobilität und die besonders in Deutschland verbreitete Hatz auf Dieselmotoren haben die Autoaktien auf Talfahrt geschickt. Besonders hart wurde Daimler getroffen. Das hält das US-Anlegermagazin "Barron's" für übertrieben und empfiehlt einen Kauf. Zu Recht?

Am Morgen legte die Daimler-Aktie gegen den allgemeinen Trend deutlich zu, gehörte sogar zu den stärksten Werten im Dax. Händler verwiesen als Stütze auf eine Empfehlung des renommierten US-Anlegermagazins "Barron's". Das Magazin zählt die Aktien zu den zehn Top-Empfehlungen für das Jahr 2019 - unter anderem neben den Titeln des iPhone-Herstellers Apple, der Bank of America und des Ölkonzerns Chevron.

Tesla Model 3

Tesla Model 3. | Bildquelle: Imago

Für Daimler-Aktionäre ist das zunächst nur ein schwacher Trost, hat doch keiner der deutschen Autowerte in diesem Jahr soviel an Wert verloren wie Daimler. Dessen Aktie ist um gut ein Drittel eingebrochen, mehr als Volkswagen und BMW. Damit ist der Börsenwert des Stuttgarter Konzerns auf 51 Milliarden Euro abgeschmolzen, weniger als der im Vergleich winzige E-Autobauer Tesla, der 55 Milliarden Euro auf die Waage bringt.

Tesla erscheint überbewertet

Dabei sind beide Unternehmen meilenweit voneinander entfernt. So verkauft Daimler sieben Mal mehr Autos wie Tesla. Im dritten Quartal waren es knapp 560.000 Fahrzeuge, während der Elektroautobauer gerade einmal 83.500 Einheiten ausgeliefert hat. Auch dürfte Daimler in diesem Jahr ein Ergebnis von mindestens fünf Milliarden Euro erzielen, während Tesla sich glücklich schätzen kann, wenn das Jahr mit einer schwarzen Null endet.

Der Unterschied ist, dass die Tesla-Zahlen steil nach oben weisen, während Daimler schrumpft. Um 50 Prozent ist allein im dritten Quartal die Zahl der von Tesla hergestellten Autos gestiegen, während die Stuttgarter mit rückläufigen Zahlen zu kämpfen hatten. So sank der Umsatz um sieben Prozent, das Ebit schrumpfte auf 1,4 Milliarden von 2,1 Milliarden im Vorjahreszeitraum.

Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 6 Monate
Kurs
49,45
Differenz relativ
+0,40%
Tesla: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 6 Monate
Kurs
305,70
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+2,83%

Übertriebener Ausverkauf

In der Folge musste Daimler im Oktober seine Gewinnziele für 2018 nach unten schrauben. Im laufenden Jahr wird jetzt ein Konzern-Ebit "deutlich unter Vorjahresniveau" erwartet. Eine Erholung des Unternehmens ist also auf absehbare Zeit nicht zu erwarten, zumal sich auch der so wichtige chinesische Markt abkühlt und die Zahl der der dort verkauften Autos sinken dürfte.

Dennoch sind einige Experten inzwischen der Meinung, dass der Ausverkauf der Aktie übertrieben ist. Daimler sei der weltweit größte Hersteller von Luxuswagen, verfüge über einen Netto-Cashflow von gut zehn Milliarden Euro und dürfte auch im kommenden Jahr eine Dividende zahlen, betont Harald Hendriske, Analyst bei Morgan Stanley. Im Schnitt erwarten die Experten eine Ausschüttung von 3,00 Euro je Aktie, nach 3,65 Euro in diesem Jahr.

Milliarden in die E-Mobilität

Daimler EQ-C

Daimler EQ-C. | Bildquelle: Unternehmen

Hinzu kommt: Daimler investiert Milliarden in die E-Mobilität. Allein zehn Milliarden Euro steckt das Unternehmen in Entwicklung und Produktion der Elektro-Flotte bei Mercedes-Benz. Das erste rein elektrische Fahrzeug soll bereits nächstes Jahr auf den Markt kommen.

Bis 2022 planen die Stuttgarter 130 elektrifizierte Pkw-Varianten - also reine batterielektrische Autos, aber auch solche mit Hybridantrieb. Hinzu kommen Transporter, Busse und Lkw. Bis 2025 soll dann der Absatz reiner Elektroautos 15 bis 25 Prozent des gesamten Umsatzes bei Daimler ausmachen. Hinzu kommt der Aufbau von Batteriewerken. Eines davon, im sächsischen Kamenz, ist schon in Betrieb, sieben weitere sollen noch folgen.

Damit hat Daimler die Weichen für einen radikalen Umbau des Konzerns gestellt. Für Anleger, die an den mittelfristigen Erfolg dieser Strategie glauben, könnte sich ein Blick auf den Dax-Titel also durchaus lohnen.

lg

1/10

Das sind die Top-Picks 2019 Von Alphabet bis Toll Brothers

<strong>Alphabet A</strong><br/>Alphabet, die Muttergesellschaft von Google, bleibt für die Experten von "Barron's" auch im kommenden Jahr ein Kauf. Zwar sei das Papier derzeit mit rund 1.061 Dollar fair bewertet, doch sitze Alphabet auf einem Berg von 102 Milliarden Dollar Cash. Das sind 145 Dollar je Aktie. Diese Summe müsse der Konzern eines Tages investieren oder in Teilen an seine Aktionäre ausschütten.<br/><br/>Auch habe Alphabet aufgrund seines enormen Börsenwertes gute Chancen, in den Dow Jones-Index aufgenommen zu werden, wo es entweder Coca-Cola oder Procter & Gamble verdrängen könnte. : Kursverlauf am Börsenplatz Nasdaq für den Zeitraum 6 Monate

Alphabet A
Alphabet, die Muttergesellschaft von Google, bleibt für die Experten von "Barron's" auch im kommenden Jahr ein Kauf. Zwar sei das Papier derzeit mit rund 1.061 Dollar fair bewertet, doch sitze Alphabet auf einem Berg von 102 Milliarden Dollar Cash. Das sind 145 Dollar je Aktie. Diese Summe müsse der Konzern eines Tages investieren oder in Teilen an seine Aktionäre ausschütten.

Auch habe Alphabet aufgrund seines enormen Börsenwertes gute Chancen, in den Dow Jones-Index aufgenommen zu werden, wo es entweder Coca-Cola oder Procter & Gamble verdrängen könnte.