Carl Zeiss Meditec: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 1 Jahr

Aktie des Tages Carl Zeiss Meditec: Der Börsenstar aus dem Osten

Stand: 06.12.2019, 11:45 Uhr

30 Jahre nach dem Mauerfall befinden sich immer noch kaum ostdeutsche Unternehmen an der Börse. Zu den wenigen rühmlichen Ausnahmen zählt Carl Zeiss Meditec aus Jena. Die Aktien sind jüngst auf ein Rekordhoch geklettert. Der Medizintechnik-Konzern hat heute seine Jahreszahlen vorgelegt.

Wer Carl Zeiss hört, denkt an Mikroskope oder an Objektive für Fotoapparate. Mit Augenheilkunde und Grauem Star bringen wohl die wenigsten den Namen in Verbindung. Dabei ist Carl Zeiss Meditec, das aus der Aufspaltung des Carl-Zeiss-Kombinats hervorging, einer der führenden Hersteller von Präzisionswerkzeugen in der Augenheilkunde. Das Unternehmen profitiert von der Alterung der Bevölkerung in vielen Industrieländern. Je älter die Menschen werden, desto eher haben sie Probleme mit den Augen.

Über ein Viertel mehr Gewinn

Carl Zeiss Meditec hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2018/19 (bis Ende September) deutlich mehr verdient. Unter dem Strich kletterte der Gewinn um rund 27 Prozent auf 160,6 Millionen Euro. Der Umsatz erhöhte sich um knapp 14 Prozent auf 1,46 Milliarden Euro.

Besonders gut lief es im Geschäft mit Lasersystemen zur Sehschärfekorrektur. Aber auch Geräte und Verbrauchsmaterialien für die Kataraktchirurgie sowie Visualisierungssysteme für Neurochirurgen zur Behandlung von Tumoren und Gefäßerkrankungen trugen zum zweistelligen Wachstum bei.

Größtes Wachstumsschub in China und Korea

Vorstandschef Ludwin Monz sprach von einem Rekordjahr für Carl Zeiss Meditec. Am deutlichsten zulegen konnte der Medizintechnik-Konzern in der Asien-Pazifik-Region, wo das Wachstum um ein Fünftel anzog, insbesondere in China und Südkorea. In den Kernmärkten Deutschland, Frankreich und Großbritannien verzeichnete Carl Zeiss Meditec "gute Umsatzsteigerungen", das Wachstum in der Region Europa/Naher Osten/Afrika (EMEA) lag bei rund zehn Prozent. In der Region Amerika belief sich das Plus auf rund neun Prozent.

Auch im neuen Geschäftsjahr 2019/20 will die Medizintechnikfirma aus Jena schneller als der Markt wachsen. Ein konkretes Ziel wurde aber nicht genannt. Carl Zeiss Meditec rechnet mit keiner deutlichen Margensteigerung. Angepeilt wird eine operative Marge von 17 bis 19 Prozent. Grund seien unter anderem geplante strategische Investitionen in Forschung und Entwicklung. Die Markterwartung liege bislang bei 19 Prozent, sagte ein Börsianer.

Carl Zeiss Meditec

Carl Zeiss Meditec. | Bildquelle: picture alliance / AP Images

Anleger machen nach Rekordlauf der Aktie Kasse

Dementsprechend ernüchtert reagieren die Anleger. Sie machen nach den Zahlen und dem Ausblick erst mal Kasse und nehmen Gewinne mit. Die Aktien sacken bis zum Mittag um acht Prozent ab und sind Schlusslicht im MDax.

Seit Jahresbeginn haben die Papiere aber fast 50 Prozent an Wert gewonnen und gehören damit zu den besten Titeln im MDax. Mit 112.70 Euro haben sie am vergangenen Freitag ein Rekordhoch markiert. Noch besser sieht es auf längere Sicht aus: In den zurückliegenden fünf Jahren steht ein Plus von fast 400 Prozent zu Buche. Somit ist Carl Zeiss Meditec an der Börse wahrlich eine ostdeutsche Erfolgsstory.

Der Medizintechnikkonzern will seine Aktionäre auch künftig am anhaltenden Unternehmenserfolg beteiligen und schlägt daher eine um zehn Cent je Aktie erhöhte Dividende vor. Sie soll bei 0,65 Euro liegen.

nb