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Aktie des Tages BYD: Profitieren vom E-Autoboom

Stand: 05.10.2017, 14:45 Uhr

Die Aktie des chinesischen Batterie- und E-Autoherstellers BYD gehörte in diesem Jahr nicht zu den Favoriten der Anleger - bis zur Rede eines führenden Ministers Anfang September.

Danach will China dem Beispiel anderer Länder wie Frankreich und Großbritannien folgen und in einigen Jahren den Verkauf von Autos mit Verbrennungsmotoren verbieten. Einen genauen Zeitraum für ein Komplettverbot nannte der Minister zwar nicht, doch bereits ab 2019 will Peking eine Quote für E-Autos einführen.

BYD Illustration Elektroauto

BYD. | Bildquelle: Unternehmen

Dann müssen von jedem Hersteller zehn Prozent der in China verkauften Autos Elektroautos sein, ab 2020 sollen es schon zwölf Prozent sein. Für die meisten ausländischen Konzerne, allen voran die deutschen, ist das eine Gnadenfrist. Ursprünglich war geplant, die Quote schon im kommenden Jahr zur Maßgabe zu machen – was für viele Autobauer ein Problem gewesen wäre.

Traumhafte Perspektiven

Für den Hersteller von Batterien und Elektroautos wie BYD (Build Your Dreams) öffnet die neue Quotenregelung neue Wachstumschancen - auch wenn sich die Verkäufe von E-Autos in China noch sehr in Grenzen halten. Den offiziellen Zahlen zufolge wurden im Juli landesweit 1,68 Millionen Fahrzeuge verkauft, 30.000 davon mit Elektroantrieb.

Der Anteil am Gesamtmarkt ist also weiterhin gering, wächst aber rasant. Im letzten Jahr haben sich die Zulassungszahlen von Elektroautos auf dem chinesischen Markt verdoppelt auf 350.000. Diese Wachstumsraten könnten sich nun mit der neuen Quotenregelung noch beschleunigen.

Vorsicht vor den Konkurrenten

BYD hat gute Chancen, von dieser Entwicklung doppelt zu profitieren: als Batteriehersteller sowie als Hersteller eigener E-Autos. Mit seinen Plug-in-Hybriden Qin und Tang, die zusammen 50.000 Mal verkauft wurden, ist BYD Marktführer in China. Hinzu kommt der BYD e6, der auch in Deutschland zu haben ist.

Chinesische Taxifahrerinnen präsentieren ihre neuen BYD e6 Elektrofahrzeuge

BYD e6 Elektroauto. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Doch die Konkurrenz schläft nicht. So kommt das meistverkaufte reine Elektroauto in China vom lokalen Anbieter Geely. Auch der Startup-Hersteller Future Mobility Corporation (FMC) des früheren BMW-Managers Carsten Breitfeld will mit chinesischem Geld das Auto neu erfinden. Im Rahmen der jüngsten IAA in Frankfurt hat der FMC-Chef die neue Marke Byton vorgestellt. Die Modelle sollen ab 2019 ausgeliefert werden.

Warren Buffett sahnt ab

Warren Buffett

Warren Buffett. | Bildquelle: Imago

Von jüngsten Euphorie hat bisher kaum ein Aktionär mehr profitiert als Warren Buffett. Lange bevor es um E-Antriebe ging, galt BYD als der größte Hersteller von Akkumulatoren für Mobiltelefone. Ein grundsolides Geschäft in einem wachsenden Markt. 2008 ist deshalb die amerikanische Investorenlegende Buffett bei den Chinesen eingestiegen mit 230 Millionen Dollar. Und Buffett ist dem Unternehmen trotz aller Höhen und Tiefen treu geblieben. Selbst nach dem dramatischen Absturz der BYD-Aktien im September 2011 hat der Multimilliardär dem Unternehmen aus Shenzhen die Treue gehalten. Es hat sich gelohnt: Zuletzt ist das Aktienpaket von Buffetts Beteiligungsholding Berkshire Hathaway gut zwei Milliarden Dollar wert.

Wer also an den Erfolg von BYD glaubt, zudem bereit ist, das extreme Auf und Ab der Aktie durchzustehen und auch die entsprechende Geduld mitbringt, kann sich die in Hong Kong erstnotierte Aktie einmal anschauen.

lg