Bossard: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 1 Jahr

Aktie des Tages Bossard: Muttern und Schrauben für Tesla

Stand: 20.12.2017, 14:26 Uhr

Dass mit Schrauben, Muttern und Dübeln viel Geld zu verdienen ist, zeigt niemand besser als die Firma Würth aus Künzelsau. Doch auch die Schweizer Firma Bossard ist damit sehr erfolgreich - und hat einen illustren Kunden.

Im Gegensatz zu Würth ist die Firma Bossard aus Zug börsennotiert und hat ihren Anlegern in den vergangenen zwei Jahren viel Freude bereitet. Nach einem fulminanten Hoch 2016 ist die Aktie auch in diesem Jahr ein Renner geblieben und um knapp 60 Prozent gestiegen. Im Oktober erreichte der Kurs ein Rekordhoch von 240,9 Schweizer Franken. Danach folgte zwar eine Phase der Abkühlung, doch seit ein paar Tagen geht es wieder kräftig aufwärts.

Bossard-Lager in Zug

Bossard. | Bildquelle: Unternehmen

Befeuert wird die Hausse natürlich von den guten Geschäften. So ist der Umsatz im dritten Quartal um 12,4 Prozent auf 194,6 Millionen Franken gestiegen. Gut lief das Geschäft insbesondere in Europa, das mehr als die Hälfte des Umsatzes der Gruppe ausmacht. Hier stiegen die Erlöse um 12,5 Prozent auf 111,3 Millionen Franken.

Tesla-Kooperation sorgt für Fantasie

Für Kursfantasie sorgt allerdings ein Kunde, der die Herzen der Anleger höher schlagen lässt: Tesla. Der E-Autohersteller ist nicht nur der größte Kunde von Bossard in den USA, vor dem Landmaschinenhersteller John Deere. Tesla ist auch der am schnellsten wachsende Kunde der Schweizer. Die sind zum Hauptlieferanten für die Verbindungstechnik der Kalifornier aufgestiegen. Schrauben, Muttern, Nieten kommen von der Zuger Firma. 32 Bossard-Angestellte kümmern sich exklusiv um den Großkunden.

Unter dem Strich stecken in jedem Tesla etwa 640 Franken Bossard, schätzt Andrea Bellaggio vom Analysehaus Research Partners. Dazu gehören auch Ingenieur-Leistungen. 500 bis 600 Franken seien es in den Tesla-Modellen S und X, bestätigt Bossard-Finanzchef Stephan Zehnder.

Probleme bei Tesla bremsen

In diesem Jahr soll der Umsatz mit Tesla auf gut 72 Millionen Franken steigen, 45 Prozent mehr als im Vorjahr. Für 2018 rechnen Analysten mit einer Verdoppelung. Ende 2020 soll der Umsatz, den Bossard mit Tesla macht, dann bei rund 225 bis 250 Millionen Franken liegen, schätzen Experten.

Die Kehrseite dieser Zusammenarbeit sind natürlich die Produktionsprobleme bei Tesla. So sind im dritten Quartal lediglich 220 Fahrzeuge des Mittelklassefahrzeugs "Model 3" ausgeliefert und 260 gefertigt worden. Eigentlich wollte Tesla im dritten Quartal  mehr als 1.500 Fahrzeuge herstellen.

Milliardengrenze angepeilt

Besucher der Model-3-Präsentation fotografieren den neuen Tesla

Tesla Model 3. | Bildquelle: picture alliance / Justin Pritchard/AP/dpa

Wie gut, dass sich John Deere, der andere US-Großkunde von Bossard, sich allmählich erholt. Für das gesamte laufende Geschäftsjahr stellt die Schweizer Firma deshalb einen Umsatzanstieg auf 695 bis 780 Millionen Franken in Aussicht. Der Gewinn soll um 30 Prozent höher ausfallen, im Vergleich zu den 31,3 Millionen Schweizer Franken des Vorjahres.

Bossard will bis Ende 2020 die Milliardengrenze beim Umsatz knacken. Zwei Drittel des Wachstums will das Unternehmen organisch schaffen, ein Drittel mit Hilfe von Zukäufen. Im Fokus stehen dabei Firmen, die das Geschäft von Bossard ergänzen. Geografisch sei ein Zukauf in Europa oder in Nordamerika wahrscheinlich, so der Finanzchef. In Asien dagegen gebe es wenige geeignete Kandidaten.

lg