Befesa: Kursverlauf am Börsenplatz Tradegate für den Zeitraum 6 Monate

Aktie des Tages Befesa-Zahlen können gefallen

Stand: 24.05.2018, 15:09 Uhr

Der deutsch-spanische Metall-Recycler ist seit Oktober auf dem Kurszettel vertreten. Langsam erwärmen sich die Anleger für das Unternehmen aus dem Regulierten Markt.

Denn Befesa verspricht seinen Aktionären vor allem nachhaltiges Wachstum und damit Planungssicherheit für die Investoren, wie Finanzvorstand Wolf Lehman jüngst erklärte. Um dies zu erreichen, sichert das Management besonders Preisrisiken auf der Rohstoff- und Zinsseite ab.

Durchaus mit Erfolg, wie die Zahlen des ersten Quartals zeigen. Der Umsatz stieg gegenüber Vorjahr zweistellig um 13,1 Prozent auf 195,4 Millionen Euro. Dabei kommt Befesa von einem hohen Niveau, denn im Vorjahr lag das Umsatzwachstum im Gesamtjahr mit plus 18 Prozent auf Rekordniveau.

Auf Kurs zu mehr Wachstum

Das Ebitda legte um 7,1 Prozent auf 44,5 Millionen Euro und das Vorsteuerergebnis ebenfalls um 7,1 Prozent auf 37,2 Millionen Euro zu. Getragen wurde das Ergebnis von den beiden Sparten (Steel Dust Recycling und Aluminium Salt Slags Recycling) als auch höheren Preisen für Zink- und Aluminiumlegierungen.

Dabei wurde die Verschuldung weiter gesenkt. Befesa profitierte damit von der Neustrukturierung des Kapitals vom vergangenen Dezember. Dabei wurde das Fremdkapital von der bisherigen Buy-Out-Finanzierung auf einen Fünfjahreskredit mit variablem Zinssatz umgestellt. Befesa gehörte vor dem Börsengang dem Private-Equity-Investor Triton.

Befesa-CFO Wolf Lehmann

Befesa-CFO Wolf Lehmann. | Bildquelle: Befesa

"Unsere neue Kapitalstruktur hatte einen sehr positiven Effekt auf unser Quartalsergebnis. Insgesamt konnten wir unsere Finanzierungskosten um rund 60 Prozent senken", erklärte Finanzvorstand Lehmann. Die zuletzt für 2017 gezahlte Dividende lag bei 0,73 Cents je Aktie und entsprach damit knapp der Hälfte des Jahresgewinns.

Firmenchef Javier Molina sieht das Unternehmen auf Kurs, mittelfristig ein prozentual zweistelliges Wachstum zu erreichen. Damit bestätigt er die bisherige Einschätzung. "Wir wollen unsere Führungsposition in unseren Märkten weiter ausbauen und mittelfristig ein zweistelliges Ergebniswachstum erzielen", so Molina weiter.

Zink und Aluminium immer im Blick

Befesa recycelt Wertstoffe aus der Stahl- und Aluminiumindustrie. Das Unternehmen nimmt Stahlkonzernen umweltschädlichen Stahlstaub ab, kassiert dafür eine Gebühr und gewinnt bei dessen Aufbereitung Zink. Für die Aluminiumindustrie recycelt Befesa Stahlsalzschlacke. Die gewonnenen Metalle verkauft Befesa unter anderem an Rohstoffhändler wie Glencore.

Die Risiken aus der Preisentwicklung für diese Rohstoffe hat Finanzchef Lehmann dabei größtenteils abgesichert, erklärte der Manager jüngst im Gespräch mit dem "Finance Magazin". Er agiert also vorsichtig, eine Strategie, die noch aus der Zeit stammte, als Befesa Triton gehörte. Denn gegen einen Preisrutsch am Zinkmarkt wollte man abgesichert sein.

Erfreulich auch die Cashflow-Entwicklung. Die Verschuldung vom früher Fünffachen des Ebitda ist mittlerweile auf ein Niveau von 2,4 mal Ebitda reduziert, der Kassenbestand liegt bei über 118 Millionen Euro. Da größere Zukäufe nicht auf der Agenda standen, war der Cashflow ausreichend, so dass eine Kapitalerhöhung beim Börsengang nicht nötig war. Durchaus ungewöhnlich, denn oft nutzen Börsenneulinge ihr IPO, um das Eigenkapital zu stärken.

Aktie gewinnt an Bedeutung

An der Börse kommt die Befesa-Story bisher gut an. Nach etwas holprigem Start im vergangenen Oktober (die Aktie wurde am unteren Ende der Platzierungsspanne bei 28 Euro emittiert) haben die Investoren zuletzt zugegriffen auf ein Niveau über 40 Euro. Die im Regulierten Markt der Frankfurter Börse enthaltene Börse kann ihre Anfangsgewinne am Nachmittag nicht mehr halten und rutscht aktuell ins Minus.

rm/ME

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