Aktie des Tages

AMS: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 1 Jahr

Lieferant für Gesichtserkennung AMS und die Apple-Fantasie

Stand: 20.10.2017, 15:24 Uhr

Auf der iPhone-Welle lässt es sich zumeist gut auch als Zulieferer von Apple reiten. Der österreichische Chip- und Sensoren-Spezialist, dessen Aktie an der Züricher Börse notiert, ist ein Nutznießer der Euphorie. Risiken sollten Anleger dabei aber nicht ausblenden.

Von 30 auf fast 80 Franken ging es im laufenden Jahr bereits für das steirische Unternehmen an der Schweizer Börse nach oben. AMS hatte zuletzt vor allem von der Aussicht auf lukrative Zulieferungen für die neuen iPhones 8 und das Apple-Flaggschiff iPhone X profitiert.

Nach Analystenschätzungen stammen rund 20 Prozent des Gesamtumsatzes von AMS von dem US-Giganten, weitere zehn Prozent stammen vom Weltmarktführer in Sachen Smartphones, der südkoreanischen Samsung.

Apple-Umsatzbeiträge im Anmarsch

Auch Analysten hatten sich zuletzt mit Kurszielen gegenseitig überboten: Die Experten von Credit Suisse hatte 82 Franken in Aussicht gestellt, Main First sogar 95 Franken. Tatsächlich dürfte AMS einer der Profiteure der neuen Apple-Geräte sein, bei Sensoren zur Gesichtserkennung beim iPhone X zum Zug kommen. Credit Suisse hatte bereits vor der Produktpräsentation im September Umsatzerlöse von rund 780 Millionen Euro bis 2019 dadurch in Aussicht gestellt, sollten bis dahin alle iPhone fähig zur Gesichtserkennung sein.

Weiteres geschäftliches Potenzial entsteht, wenn die Technologie in absehbarer Zukunft auch auf Smartphones mit dem Android-Betriebssystem verfügbar sein wird.

Investoren verabschieden sich?

Die Abhängigkeit von einem Hersteller beziehungsweise einer Branche hat für Zulieferer aber auch Schattenseiten. Im Fall von AMS sorgten Nachrichten über den verspäteten Verkaufsstart und Produktionsprobleme bei der neuen iPhone-Generation für Druck auf die Aktie. In den vergangenen Tagen sorgten dann auch noch Meldungen für Unruhe und Kursverluste, wonach sich einige angelsächsische Investoren aus dem Titel verabschiedet haben.

Die Aktie ist mit derzeit 65 Franken wieder deutlich von ihrem Höchststand zurückgekommen. Am kommenden Montag dürfte es für AMS-Anleger richtig spannend werden: Dann legen die Österreicher ihre Bilanz zum dritten Quartal vor und dürften wohl auch beim Ausblick Hinweise auf das kommende Geschäft geben. Dann dürfte sich auch herausstellen, ob die Aktie derzeit wieder "billig" oder immer noch zu "teuer" ist.

AB