Amerikanischer Waffenhändler mit Smith and Wesson MP15

Neuer Name, neues Image Zeitenwechsel bei Smith & Wesson

Stand: 19.01.2017, 10:13 Uhr

Smith & Wesson, der berühmte Hersteller von Handfeuerwaffen, gilt als Symbol des waffenvernarrten Amerika. Aber das Image und die Produkte sollen sich jetzt ändern, die Firma hat sich dazu jüngst umbenannt.

Mit großer Mehrheit hat die Hauptversammlung des Unternehmens im Dezember beschlossen, sich künftig "American Outdoor Brands" zu nennen. Zwar werden weiter die berühmten Handfeuerwaffen produziert, "Smith & Wesson" ist zukünftig aber nur noch eine Sparte in einem sich zunehmend ändernden Sortiment.

Ein bemerkenswerter Schritt, denn die Firma gehört zu Amerika wie der Whisky und der Cowboyhut. 1852 gründeten Horace Smith und D.B. Wesson die Firma und stellten Revolver her. Und spätestens seit Clint Eastwood als Inspector Harry Calahan alias "Dirty Harry" zu Anfang der siebziger Jahre mit einem 44er-Magnum aus dem Hause S&W auf Mörderjagd ging, hat die Firma sogar eine Art Kultstatus erreicht.

Weg vom reinen Waffenimage

Aber die Zeiten ändern sich - der alte Name Smith & Wesson hat in den Augen von Firmenchef James Debney nicht das wachsende Portfolio des Unternehmens repräsentiert. Zuletzt wurden für 180 Millionen Dollar in bar der laserbasierte Visierhersteller Crimson Trace und der Spezialwerkzeughersteller Taylor Brands gekauft. Bereits Ende 2014 wurden schon Zukäufe im Volumen von 130,5 Millionen Dollar getätigt, unter anderem Battenfeld Technologies, eine Firma die Jagd- und Schießzubehör anbietet.

Smith and Wesson-Revolver 357 Magnum

Smith and Wesson-Revolver 357 Magnum. | Quelle: picture-alliance/dpa

Nun also die Namensänderung, wobei der Begriff "Outdoor" eher an Camping in der Wildnis und Freiheit und Abenteuer erinnern soll, denn an Dirty Harrys legendäre Schießeinsätze mit der langläufigen Magnum. Das Management lässt keine Zweifel daran, dass es auf der Suche nach weiteren Zukäufen ist, um die Diversifizierung voran zu treiben. Finanzchef James Buchanon erklärte jüngst, man halte die Bilanz bereit, um schnell agieren zu können.

Amerika und die Waffen

Aber wie ist es um das Kerngeschäft bestellt, mit dem weiterhin der Löwenteil der Erlöse erwirtschaftet wird? Bei dieser Frage kommt zunächst die Politik ins Spiel. Mit der Wahl Donald Trumps sollten sich Sorgen der Waffenlobby nach größeren Beschränkungen zwar zerstreuen, allerdings hat auch die Obama-Administration allen Ankündigungen zum Trotz wenig an den lockeren Waffengesetzen geändert.

Da wiegt es schon schwerer, dass künftig die Bundesstaaten aktiver werden sollen. Kalifornien und Nevada haben schon Munitionsverkäufe schwieriger gemacht, was der Aktie nicht gut getan hat. Bei der Analyse des Waffenmarktes bleibt das prinzipielle Schutzbedürfnis der Amerikaner zwar weiterhin hoch, die reine Lust am Waffen tragen aber scheint sich abzuschwächen. Ein Grund, warum Analysten eher zurückhaltend sind was die Wachstumsraten anbetrifft. Ein Trost gibt es aber doch: Ihr Schutzbedürfnis befriedigen die Bürger meist mit Handfeuerwaffen, weniger mit Waffen mit längeren Rohren.

Neustart für die Aktie

Das Management verspricht sich von der Diversifizierungsstrategie einiges. Für 2017 werden Erlöse zwischen 920 und 930 Millionen Dollar erwartete, nach 723 Millionen Dollar im abgelaufenen Jahr. Analytisch ist das Papier nach den jüngsten Kursverlusten zudem mit einem 10er-KGV für das kommende Jahr günstig bewertet und hat eine solide Bilanz. Die Aktionäre jedenfalls dürften mit den Hufen scharen, denn seit dem Jahreshoch im August bei etwas über 31 Dollar ist die Aktie kontinuierlich um über 30 Prozent gefallen.

rm