American Express: Kursverlauf am Börsenplatz Nyse für den Zeitraum 6 Monate

Aktie des Tages American Express: Korrektur als Chance?

Stand: 27.12.2018, 11:40 Uhr

Erst Allzeithoch, dann Absturz – und jetzt geht es wieder nach oben: Wer Aktien von American Express im Depot hat, der brauchte in den vergangenen Wochen recht gute Nerven. Wie es weitergeht, wird vor allem vom Zustand der US-Konjunktur abhängen.

Erst Anfang des Monates Dezember hatte die Aktie des Kreditkartenunternehmens bei 112,89 Dollar ein Allzeithoch erreicht. Seitdem zeigte die Tendenz bei American Express deutlich abwärts. Offenbar hielten einige Investoren den Moment für gekommen, um Kasse zu machen - zumal es um die allgemeine Marktstimmung ebenfalls nicht zum Besten stand. Die Titel sackten sowohl unter die 200- als auch unter die 38-Tage-Linie. Unter charttechnisch orientieren Marktteilnehmern gilt das als Verkaufssignal. Zeitweise kosteten Amex weniger als 90 Dollar.

Und vor wenigen Tagen äußerten sich die Fachleute der Bank of America Merrill Lynch kritisch über die Aktie, sie zogen die Kaufempfehlung zurück. Die Analysten meinten, dass die steigende Unsicherheit bezüglich der konjunkturellen Entwicklung sich negativ auf die Aktie auswirken könne.  

USA im Kaufrausch

Derzeit dreht sich die Stimmung am Aktienmarkt so rasant, dass man kaum folgen kann. Von Konjunktursorgen ist aktuell keine Rede mehr. Ausgerechnet nach einem Bericht des Kreditkartenanbieters und Rivalen Mastercard schaffte American Express die Wende, die Titel legten am Mittwoch in den USA um fast 5 Prozent zu.

Für rund 850 Milliarden Dollar kauften Mastercard zufolge US-Kunden im Feiertagsgeschäft ein. Verglichen mit 2017 stiegen die Einnahmen der Händler vom 1. November bis 24. Dezember um 5,1 Prozent. Das ist der höchste Wert seit sechs Jahren. Auch der Versandhändler Amazon sprach von einem Rekordverkauf.

„Kreditvergaben wachsen“

Ob die gute Laune von Dauer ist? Analysten sind nach Angaben der Nachrichtenagentur Bloomberg der Ansicht, dass die November-Daten der Kreditkartenunternehmen nicht auf eine Rezession hindeuten. Man blicke optimistisch in die Zukunft des Kreditkartengeschäfts, da unter anderem die Daten über Zahlungsverzüge noch keinen Druck auf Kredite erwarten lassen, meint ein Fachmann.

American Express Karten

American Express. | Bildquelle: picture alliance / AP Photo

American Express betreibe neben der Abwicklung von Bezahlvorgängen auch noch klassisches Bankgeschäft insbesondere in den USA, schreibt dazu die „Finanzwoche“. Das Nettozinseinkommen stehe für knapp 20 Prozent des Umsatzes. „Letzteres läuft derzeit besonders gut: Die Kreditvergaben wachsen kräftig, zuletzt 7 Prozent gegenüber Vorjahr, während Kreditrückstellun­gen landesweit historisch sehr gering sind – und auch so bleiben dürften, solange sich die Kon­junktur nicht deutlich abkühlt.“

ts