Alphabet A: Kursverlauf am Börsenplatz Nasdaq für den Zeitraum 1 Jahr

Aktie des Tages Alphabet: Eine Wette auf die Politik und Robotaxis

Stand: 19.10.2018, 13:36 Uhr

Die Aktien der Google-Mutter Alphabet haben schwere Wochen hinter sich. Die Papiere laufen seit einiger Zeit deutlich schwächer als der Technologieindex Nasdaq 100.

So verloren beispielsweise die A-Aktien von Alphabet in den vergangenen drei Monaten fast sechs Prozent an Wert, während der Nasdaq 100 nur rund ein Prozent an Wert einbüßte.

Grund hierfür sind diverse Konflikte mit der Politik dies- und jenseits des Atlantiks. Vor rund drei Monaten verhängte die EU-Kommission eine Geldbuße von rund fünf Milliarden Dollar gegen die Kalifornier. Google hat angeblich Hersteller von Android-Geräten seit dem Jahr 2011 rechtswidrig behindert, um seine beherrschende Stellung bei der Internetsuche zu festigen. So mussten gewisse Google-Apps zwingend bei der Auslieferung der Geräte bereits vorinstalliert sein.

Zwar hat Google Berufung gegen die Strafe eingelegt. Doch eine aufschiebende Wirkung ergibt sich dadurch nicht. Künftig müssen Hersteller von Android-Geräten erstmals für die Apps des Internetkonzerns in Europa bezahlen. Dabei geht es um Programme wie den Chrome-Browser, Google Maps oder die App für die Google-Suche. Kunden werden die Programme aber auch in Zukunft selbstständig installieren können.

Ärger in den USA

Auch im Heimatland droht Alphabet Ungemach. Präsident Donald Trump hat den Konzern schon seit längerem im Visier. Der Politiker wirft Google vor, ihn bei der Darstellung Ergebnissen der Bildersuche zu benachteiligen. So soll Google unfreundliche Bilder von Trump angeblich bevorzugen. Auch der Datenskandal bei dem sozialen Netzwerk "Google Plus" sorgte für Verdruss.

Google-Chef Sundar Pichai

Google-Chef Sundar Pichai. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Zusätzlichen Ärger brachte die Entscheidung von Google-CEO Sundar Pichai, keinen hochrangigen Manager zu einer Anhörung des Senatsausschusses für Nachrichtendienste zu schicken. Während Facebook Chief Operating Officer Sheryl Sandberg und Twitter-Chef Jack Dorsey aussagten, bliebt der Stuhl hinter einem "Google"-Aufsteller leer. Auf der Veranstaltung wurde unter anderem darüber gesprochen, wie künftig die Beeinflussung von Wahlen durch Werbung und Falschinformationen in Sozialen Netzwerken verhindert werden kann

Immerhin hat sich Pichai inzwischen bereiterklärt, noch im laufenden Monat Trump mit anderen hochrangigen Vertretern von Technologie-Riesen im Weißen Haus zu treffen.

Waymo sorgt für Fantasie

Denn so ganz sollte es sich Pichai lieber nicht mit der Politik verscherzen. Denn die Mutter Alphabet ist nicht nur im Bereich Google auf die Politik angewiesen. Auch die Google-Schwester Waymo, die im Bereich selbstfahrender Autos aktiv ist, kann Goodwill von der Politik gebrauchen - gerade in der Regulierung der neuartigen Transportdienste. Schließlich will Waymo seinen Robotaxi-Dienst zügig ausbauen. Bislang ist Waymo nur in einem Vorort der US-Metropole Phoenix am Markt, die Zahl der aktiven Waymo-Fahrzeuge liegt inklusive aller Testfahrzeuge bei rund 600. Aber weitere 82.000 Autos hat Waymo bereits bestellt.

Das zeigt, wie groß Alphabet das Potenzial selbstfahrender Autos bereits in naher Zukunft einschätzt. So schätzt Morgan Stanley den Wert von Waymo auf rund 175 Milliarden Dollar. Dieser Wert ist laut der Investmentbank bisher nicht im Aktienkurs von Alphabet eingepreist.

ME