Albemarle: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday

Elektro-Mobilität sorgt für Kurssprung Albemarle, die Lithium-Aktie

Stand: 04.09.2017, 13:11 Uhr

Lange Zeit dümpelte die Aktie des Spezialchemie-Konzerns aus den USA relativ richtungslos. Seit rund zwei Jahren zeigt der Kurschart aber streng aufwärts. Albemarle versorgt die schöne, neue Elektrowelt mit Lithium.

Von 40 Euro im Herbst 2015 hat sich der Titel auf derzeit knapp 100 Euro im Frankfurter Handel nach oben geschraubt. Derzeit befindet sich die Aktie in einer mehrwöchigen Seitwärtsbewegung, der nächst Kursturbo könnte aber jederzeit gezündet werden. Denn das Unternehmen aus Batton Rouge im US-Bundesstaat Luisiana ist Lieferant für eine der wichtigsten Wachstumsindustrien unsererzeit.

Lithium-Bedarf steigt mit E-Autoindustrie

J. B. Straubel setzt die Batteriepackung eines Tesla-Motors zusammen

Tesla-Batteriepackung. | Bildquelle: Tesla Motors

Albemarle ist durch die Übernahme des Konkurrenten Rockwood im Jahr 2015 zum größten Produzenten von Litium aufgestiegen. Experten schätze, dass der Konzern damit rund ein Drittel des weltweiten Lithium-Geschäft kontrolliert. Das chemische Element spielt eine entscheidende Rolle bei der Herstellung von Lithium-Ionen-Batterien, mit denen Elektro- und Hybrid-Autos bestückt sind. Deren Anzahl hat sich weltweit im vergangenen Jahr auf rund 1,2 Millionen verdoppelt. Aber diese Zahl dürfte nur ein Vorgeschmack auf den Lithium-Hunger der Batterieindustrie in den kommenden Jahren sein.

Die Nachricht vom Aufbau einer "Gigafactory" für Lithium-Batterien durch den Elektroautohersteller Tesla hat Albemarle als einen der wichtigsten Lieferanten für die nötigen Rohstoffe in Stellung gebracht. Das neue Massenmodell 3 von Tesla dürfte zu einer weiter gesteigerten Nachfrage führen. Und auch die "traditionellen" Autokonzern tüfteln weiter an Fahrzeugen mit Elektroantrieb, mehr Lithium-Nachfrage wird die natürliche Folge sein.

Geschäftsergebnisse zeigen Effekte

In den Geschäftsergebnissen schlugen sich die veränderten Bedingungen am Markt bereits in harten Bilanzzahlen bei Albemarle nieder: Im zweiten Quartal zogen die Erlöse weiter um rund zehn Prozent auf 737 Millionen Dollar an, Wachstumstreiber: Vor allem die gesteigerte Lithium-Nachfrage. Beim Ergebnis drehte das Unternehmen einen Vorjahresverlust von 315 Millionen Dollar in einen Gewinn von 103 Millionen Dollar. Der Gewinn pro Aktie stieg von 0,93 auf 1,13 Dollar.

Auf Basis der "starken Entwicklung" konnte das Unternehmen seine Jahresziele festzurren. Gewinn pro Aktie im Gesamtjahr soll zwischen 2,20 und 2,40 Dollar liegen. Beim Umsatz traut sich Albemarle das Überschreiten der Drei-Milliarden-Dollar-Grenze zu.

AB