Akasol: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 1 Jahr

Aktie des Tages Akasol: Schlüsselrolle in der E-Mobilität?

Stand: 13.07.2020, 15:53 Uhr

Auch der Darmstädter Batteriehersteller hat in der Corona-Krise mit Umsatzeinbußen zu kämpfen. Die Äufträge blieben allerdings konstant. Für die Zukunft scheint Akasol gut aufgestellt.

"Unser ökonomisches Umfeld war im ersten Quartal 2020 ab Ende Februar bereits merklich durch die negativen Auswirkungen der Corona-Pandemie belastet. Einige unserer Serienkunden haben in dieser Zeit bis zu zwei Monate Blockpausen eingelegt und ihre Produktion zur Eindämmung der Virusausbreitung unterbrochen", hatte Finanzvorstand Carsten Bovenschen Ende Mai berichtet.

Akasol habe dadurch bestellte Systeme nicht mehr an Kunden ausliefern und ab März vorerst keine Umsätze mehr verbuchen können. So sank der Quartalsumsatz auf acht Millionen Euro, ein Minus von mehr als einer Million Euro im Vergleich zum Vorjahr.

Aktie bei 40 Euro

Die in der Corona-Krise verhältnismäßig hohe Nachfrage sei aber konstant geblieben, teilte Akasol im Rahmen der virtuellen Hauptversammlung Ende Juni mit. Bis 2027 liege der Auftragsbestand bei rund zwei Milliarden Euro. Auch deshalb gehe der Vorstand derzeit von einer Erholung des Geschäfts in der zweiten Jahreshälfte aus.

Das glauben offenbar auch die Anleger. Nach dem Rekordtief Mitte März bei 26 Euro kletterte die Aktie zeitweise um rund 65 Prozent und lag Anfang Juni bereits in etwa auf dem Niveau vor der Corona-Krise. Danach rutschte das Papier erneut etwas ab, liegt aber weiter mit mehr als 56 Prozent im Plus und notiert aktuell nahe der 40-Euro-Marke. Im Sommer 2018 hatte sich Akasol aufs Börsenparkett gewagt.

"Alles andere wäre eine Sackgasse"

Akasol stellt Batteriesysteme für Nutzfahrzeuge wie E-Busse, elektrisch angetriebene Lastwagen, Bahnen oder auch Schiffe her. Zu den Kunden gehören große Namen wie Daimler. "Natürlich trifft die Corona-Krise auch die Elektromobilität. Nicht nur bei den Autos, sondern auch im Bereich Nutzfahrzeuge", erklärte Akasol-Chef Sven Schulz vor wenigen Wochen im Gespräch mit boerse.ARD.de. Es gebe aber keinen dramatischen Umsatzeinbruch.

Akasol-CEO Sven Schulz

Akasol-CEO Sven Schulz. | Bildquelle: Akasol

Bisher sei der Markt stark gewachsen. Deshalb verlangsame sich das Wachstum im schlimmsten Fall - am Ende sei die Entwicklung keineswegs. Die Fahrzeugbauer stoppten zwar Projekte, allerdings keine E-Projekte. "Sie investieren weiter in die Elektromobilität und weichen nicht von ihren Zielen ab", berichtete Schulz. "Alles andere wäre eine Sackgasse." Die großen Unternehmen hätten ihre Strategien über Jahre aufgebaut und erzielten mittlerweile Fortschritte, die teuer erarbeitet wurden.

"Die Krise kann auch eine Chance sein, das Thema Klimawandel in Angriff zu nehmen", betonte der Akasol-Chef. Die Technologie sei schließlich da und derzeit würden massiv Anreize gesetzt. Eine Schlüsselrolle komme dabei den Nutzfahrzeugen mit E-Bussen oder E-Zügen zu: "Die Politik hat erkannt, dass die Elektromobilität vom Staat vorgelebt werden muss."

Neuer Produktionsstandort soll 2021 starten

Mitarbeiter der Batteriesystemfabrik AKASOL in Langen (Hessen)

Akasol. | Bildquelle: AKASOL AG

Mittlerweile hat Akasol am Produktionsstandort Langen seine zweite Serienproduktionslinie für Lithium-Ionen-Batteriesysteme in Betrieb genommen und die Kapazität damit verdoppelt. Zudem werden nun auch Anlagen zum neuen Standort in Darmstadt geliefert, wo ab Mitte des nächsten Jahres ebenfalls produziert werden soll.

Neben den Batterien baute Akasol in diesem Jahr auch sein Angebot im Bereich der Brennstoffzellenantriebe aus. Die Darmstädter beliefern den französischen Konzern Alstom mit Batteriesystemen für die nach Firmenangaben weltweit ersten mit Brennstoffzellen betriebenen Nahverkehrszüge.

tb