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Aktie des Tages Aixtron: Der Wahnsinn geht weiter

Stand: 07.09.2017, 11:57 Uhr

Als Barack Obama im November letzten Jahres die Übernahme des Aachener Technologieunternehmens Aixtron verhinderte, ging die Aktie in die Knie. Doch was dann geschah dürfte viele Anleger überrascht haben.

Drei Monate traten die Papiere mehr oder weniger auf der Stelle. Im Frühjahr drehten sie dann auf und legten den Turbo ein. Seitdem haben sich die im TecDax notierten Titel verdreifacht. Heute nähern sie sich wieder der Marke von zehn Euro. Soviel waren sie zuletzt Ende 2014 wert. Weiter befeuert wird die Aixtron-Aktie jetzt von der Deutschen Bank.

Firmenlogo auf dem Dach der Aixtron Zentrale in Herzogenrath.

Aixtron. | Bildquelle: Unternehmen

Die traut dem Unternehmen im kommenden Jahr die Rückkehr zur Profitabilität zu. Denn die Geschäftsaussichten des auf die Halbleiterindustrie spezialisierten Anlagenbauers seien weitaus besser als der Markt erwarte, glaubt Analyst Uwe Schupp. Er hat deshalb seine Schätzungen deutlich angehoben, steigerte das Kursziel von 8 auf 12 Euro. Im Optimalfall könnten die Papiere sogar 15 Euro wert sein, so Schupp. Der Experte bekräftigte seine Kaufempfehlung ("Buy") .

Smartphones und E-Mobilität

Aixtron dürfte besonders stark von den Wachstumsmärkten Smartphones und Elektrofahrzeuge profitieren. Anders als der Markt rechnet der Analyst damit, dass Aixtron den Trend zu 3D-Sensoren in Smartphones positiv auf der Umsatzseite zu spüren bekommt. Zudem sollte durch die erwartete Welle der Elektrifizierung in der Autobranche auch Aixtrons Beschichtungstechnologie MOCVD gefragt sein.

Die guten Geschäftsaussichten kämen besonders günstig zu einer Zeit, da Aixtron auch seine Kostenbasis - insbesondere in der Forschung und Entwicklung - deutlich gesenkt habe, führte Schupp weiter aus. Daher liege seine eigene Gewinnprognose für das operative Ergebnis (Ebit) im Jahr 2018 vier Mal höher als die aktuelle Konsensschätzung. Zudem biete das Geschäft mit organischen Leuchtdioden (OLED) des Konzerns weiteres Aufwärtspotenzial.

Verlust verringert

Im zweiten Quartal dieses Jahres hat das Unternehmen noch einen Verlust von 3,7 Millionen Euro ausgewiesen, nach 6,7 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig hat Aixtron im Juli seinen Ausblick für Umsatz und Auftragseingang in diesem Jahr bereits erhöht. Nach dem Scheitern der Übernahme durch einen chinesischen Investor will das Unternehmen aus eigener Kraft wachsen.

lg/dpa