Activision Blizzard: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 1 Jahr

Aktie des Tages Activision: E-Sport ist das neue Ding

Stand: 13.06.2017, 15:39 Uhr

Ihren Einbruch vom letzten Herbst hat die Aktie des Software-Spieleherstellers Activision Blizzard längst überwunden und ist zu neuen Höhen aufgestiegen. Neue Fantasien weckt die Firma mit ihrem Einstieg in den E-Sport.

Bei der Vorstellung der jüngsten Quartalszahlen sagte Konzernchef Robert Kotick, das im E-Sport ähnlich hohe Umsätze möglich seien wie in der NFL, der amerikanischen Football-Liga. Dort wurden in der letzten Spielzeit mehr als zwölf Milliarden Dollar umgesetzt. Soweit ist es mit dem E-Sport noch lange nicht. Der Wettkampf mit Hilfe von Computer- und Videospielen bleibt ein Randphänomen und hat sich noch nicht zum Massensport entwickelt.

Doch die jährlichen Wachstumsraten von 40 Prozent sind riesig und machen E-Sport zum neuesten Trend in der Computerspielbranche. Jüngsten Schätzungen zufolge ist die Zahl der weltweiten Zuschauer von E-Sportveranstaltungen auf 200 Millionen gestiegen. Die Bank Morgan Stanley glaubt, dass Activision Blizzard mit seiner "Overwatch League" jährlich mindestens 100 Millionen Dollar einnimmt, davon ein Drittel Lizenzgebühren für die Benutzung der Software sowie Werbeerlöse. Sollte der E-Sport an Popularität gewinnen, schließt Morgan Stanley nicht aus, dass sich die jährlichen Einnahmen aus der "Overwatch League" für Activision auf bis zu 720 Millionen Dollar steigern könnten.

E-Sport

Was ist "Overwatch"?

Der Begriff E-Sport (elektronischer Sport; weitere Schreibweisen im deutschsprachigen Raum sind ESport, e-Sport, E-Sports, eSports und e-Sports) bezeichnet den sportlichen Wettkampf zwischen Menschen mit Hilfe von Computerspielen.

In "Overwatch" des US-Anbieters Activision Blizzard treten zwei Teams zu je sechs Spielern gegeneinander an. Beide Teams kämpfen dabei innerhalb einer vorgegebenen Zeit um die Kontrolle über einen vorgegebenen Standort oder eskortieren eine Fracht auf dem Spielfeld. Jeder Teilnehmer wählt zuvor einen Helden aus den vier Kategorien Offensiv, Defensiv, Tank und Unterstützer, den er in der aktuellen Runde spielt. Overwatch entwickelte sich im Laufe des Jahres 2016 mit über 25 Millionen Spielern zum meistgenutzten Spiel des Entwicklerstudios Blizzard.

Gut gerüstet

Dieses Ziel hat Activision Bllizzard fast erreicht: Die Zahl der registrierten Overwatch-Spieler hat die Marke von 30 Millionen überschritten, davon sind 20 Millionen Spieler mindestens einmal im Monat aktiv. Die Analysten von Morgan Stanley haben deshalb in ihrer jüngsten Schätzung den fairen Wert der Activision-Aktie von 57 auf 67 Dollar angehoben. Um das Potenzial von Activision einschätzen zu können, sollten Anleger also auf jeden Fall die Entwicklung der Einnahmen aus der "Overwatch League" sowie dem gesamtem E-Sport-Bereich beobachten.

Teilnehmer auf einer Activision Blizzard-Ausstellung in der Electronic Entertainment Expo in Los Angeles

Teilnehmer auf einer Activision Blizzard-Ausstellung in der Electronic Entertainment Expo in Los Angeles. | Quelle: picture-alliance/dpa

Die Voraussetzungen dafür, dass sich Activision Blizzard zu einem führenden Spieleanbieter in diesem stark wachsenden Markt entwickelt, stehen gut, Vor gut einem Jahr hat das Unternehmen die amerikanische E-Sports-Liga "Major League Gaming" für 46 Millionen Dollar erworben. Damit plant Activision, den E-Sport der eigenen Spiele, darunter beispielsweise "Call of Duty” und "StarCraft 2”, weiter zu verbreiten und zu seinem größten Geschäftsfeld zu entwickeln.

Erstes Quartal war besser als erwartet

Vorstandschef Kotick will E-Sportspiele zunehmend in die heimischen Wohnzimmer übertragen. Die Veranstaltungen sollen sich dabei an klassischen sportlichen Wettbewerben orientieren. Während E-Sport-Matches aktuell überwiegend über das Internet geschaut werden, will sie Activision über einen TV-Sender per Kabel und Satellit übertragen. Dazu hat das Unternehmen auch den Online-Sender MLG.tv gekauft. Hier werden E-Sport-Spiele auf Konsolen, PCs und Mobilgeräte gestreamt. Auch mit Facebook arbeitet das Unternehmen eng zusammen.

Für Activision-Blizzard ist klar, "dass Videospiele die Zukunft des Sports sind". Die Investitionen in diesen Markt haben sich bereits ausgezahlt. Im ersten Quartal dieses Jahres hat Activision die eigenen Prognosen übertroffen und den Umsatz um 19 Prozent gesteigert. Der operative Cashflow kletterte um 22 Prozent und der Gewinn pro Aktie erreichte mit 0,56 Dollar ein Rekordniveau.

Die Aktie von Activision Blizzard ist daraufhin allein im Mai um zwöld Prozent gestiegen. Der Hype um das Unternehmen und seine potenziellen Entwicklungschancen konnten allerdings nicht verhindern, dass auch diese Aktie vom jüngsten Ausverkauf der Techwerte betroffen war. Anleger sollten also mit überdurchschnittlichen Kursschwankungen rechnen - und die Entwicklung des E-Sports genau verfolgen.

lg

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