Aareal Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 1 Jahr

Aktie des Tages Aareal Bank mit neuer Kursfantasie?

Stand: 11.09.2018, 09:38 Uhr

Sie ist ein Dividendenkönig, aber für viele Anleger eher unauffällig: Die Aktie des Immobilienfinanzierers Aareal steht selten in den vorderen Rängen des MDax. Dabei ist der Titel einen zweiten Blick wert, nicht nur wegen eines aktuellen Zukaufs.

Ziemlich "günstig" ist das Papier in den vergangenen Wochen geworden. Das Jahreshoch von 42,98 Euro stammt aus dem April, seitdem ging es ruckelig abwärts mit der Aktie des Spezialisten für gewerbliche Immobilienfinanzierung. Dabei hat die Aktie den Anlegern in den zurückliegenden Jahren deutlich mehr Freude gemacht als die meisten Finanzaktien am deutschen Aktienmarkt - noch immer liegt das Fünf-Jahres-Plus bei 58 Prozent. Auf Sicht der vergangenen zehn Jahre hat sich der Wert der Aktie um 128 Prozent nach oben geschraubt. Zum Vergleich, die Aktie der Deutschen Bank hat im selben Zeitraum 80 Prozent an Wert verloren, die der Commerzbank sogar mehr als 90 Prozent.

Zentrale des Immobilienfinanzierers Aareal in Wiesbaden

Aareal Bank Zentrale Wiesbaden.

Am Dienstagmorgen reagiert die Aareal-Bank-Aktie zunächst positiv auf einen Zukauf im dreistelligen Millionenbereich: Die Wiesbadener kaufen die Düsseldorfer Hypothekenbank für rund 162 Millionen Euro. "Der Vollzug der Transaktion bedarf behördlicher Genehmigungen und soll nach derzeitiger Planung noch in 2018 erfolgen", teilte Aareal am Montagabend mit.

Mehr Gewinn als gedacht

Durch die Übernahme kann das Management seine Gewinnprognose für das laufende Jahr anheben und rechnet nun mit einem Konzernbetriebsergebnis von 312 bis 352 Millionen Euro. Bei dem genannten Kaufpreis handelt es sich den Angaben zufolge um eine vorläufige Vereinbarung. Der endgültige Betrag hängt ab von Marktwertschwankungen. Mit der geplanten Transaktion verbindet die Aareal Bank nach eigenen Angaben aber keine weitergehenden strategischen Absichten. Die Düsseldorfer Hypothekenbank war im Zuge der Turbulenzen um die einstige österreichische Skandalbank Hypo Alpe Adria in Nöte geraten. Sie beschäftigte zuletzt rund 60 Mitarbeiter und kam im vergangenen Jahr auf eine Bilanzsumme von etwa vier Milliarden Euro. Sie ist nicht mehr mit Neugeschäft in der Immobilienfinanzierung am Markt aktiv. Unter dem Dach der Aareal Bank soll nun der "geordnete Rückbau" fortgesetzt werden.

Die Aareal Bank hatte in den vergangenen Jahren durch die Übernahme der beiden Konkurrenten WestImmo und Corealcredit stark auf Wachstum durch Übernahmen geschaltet.

Dass die Aktie das Immobilienfinanzierers in den vergangenen Monaten dennoch nicht an die gute Entwicklung der vergangenen Jahre anknüpfen konnte, dürfte zwei Gründe haben: Einerseits haben die Zahlen zum ersten Halbjahr leicht enttäuscht. Analysten bemängelten die Marge im Neugeschäft des Unternehmens, die wegen der harten Konkurrenz hinter den Erwartungen zurückblieb. Für das Jahr 2018 hatte der Konzern denn auch die Gewinnhoffnungen gedämpft.

Short-Attacke im August

Nicht zuletzt kam der Titel möglicherweise aber auch durch eine "Short-Attacke" unter Druck. Kurz nach Veröffentlichung der Halbjahreszahlen baute der Leerverkäufer WorldQuant den Aufbau einer größeren Short-Position, um von weiter fallenden Kursen zu profitieren.

Längerfristig investierte Anleger müsste das Szenario mit Blick auf die Dividendenrendite sogar zum Nachkauf reizen. Derzeit kommt die Aktie auf eine üppige Dividendenrendite von 7,4 Prozent. Da kann man über eine Kursdelle eventuell hinwegsehen.

AB