3M: Kursverlauf am Börsenplatz Nyse für den Zeitraum 1 Jahr

Aktie des Tages 3M - der Liebling der Wall Street

Stand: 02.02.2018, 12:03 Uhr

Es gibt viele gute Gründe, vom Geschäftsmodell des amerikanischen Mischkonzerns 3M aus dem Leitindex Dow Jones angetan zu sein. Aber wie immer stellt sich die Frage: Kann das ewig so weitergehen?

Auf den ersten Blick möchte man genau das meinen. Denn seit dem Ende der Finanzkrise im Frühjahr 2009 hat sich der Kurs des im Leitindex Dow Jones enthaltenen Papiers an der New Yorker Heimatbörse auf aktuell knapp 248 Dollar rund verfünffacht. Die Investoren sind begeistert vom Erfinder des Scotch-Tapes (des durchsichtigen Klebebandes, das übrigens am 31. Januar seinen 90. Geburtstag feierte. Konkurrent Beiersdorf entwickelte sein Tesafilm erst ab 1935).

Zugegeben, auch andere Standardtitel haben sich seither ähnlich gut entwickelt. Warum ist also 3M einer der erklärten Lieblinge der Wall Street? Für 3M beginnt die Zeitrechnung nicht erst nach dem Ende der Lehman-Krise. Denn das im Jahr 1902 ursprünglich als Minenwert gegründete Unternehmen gehört zu den sogenannten Dividendenkönigen auf dem amerikanischen Kurszettel (3M steht für Minnesota Mining and Manufacturing).

59 Jahre immer eine höhere Dividende

Und das kommt an der Börse immer gut an - seit 59 Jahren hat 3M seine Dividende stets erhöht. Unternehmen, die seit mehr als 50 Jahren stets ihre Ausschüttungen erhöhen gehören in Amerika zu dieser elitären Gruppe der Dividendenkönige. Insgesamt sind es nur 23 Firmen, darunter auch die Indexkollegen Johnson & Johnson, Coca-Cola oder Procter & Gamble.

3M-Logo an Hochhausfassade

3M. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Zwar ist eine kontinuierliche Dividendensteigerung alleine noch kein zwingendes Kaufargument. Im Falle von 3M zeigt es aber, wie innovativ das Geschäftsmodell des in Maplewood/Minnesota beheimateten Unternehmens ist. Denn nur stetiges Forschen und Entwickeln an neuen Produkten garantiert, dass die Konkurrenz (die bekanntlich nicht schläft) im Wettbewerb nicht enteilt.

Die Zahlen beeindrucken

Inge Thulin, CEO 3M

Inge Thulin. | Bildquelle: Unternehmen

Über 1,7 Milliarden Dollar pro Jahr investierte 3M für Forschung und Entwicklung in den letzten Jahren und hat im Laufe seiner Geschichte über 100.000 Patente angemeldet. Aktuell werden rund 60.000 Produkte in 200 Ländern der Welt verkauft, wobei das Wachstum außerhalb des amerikanischen Kernmarktes derzeit stärker ist. Dabei operiert 3M in fünf Geschäftsbereichen, von Gesundheitsprodukten über private Konsumgüter bis hin zu industriellen Lösungen.

Auch in harten Geschäftszahlen kann sich die jüngste Entwicklung sehen lassen. Zuletzt wurde die Gewinnprognose nach einem sehr guten Jahr 2017 für das laufende Jahr nach oben angepasst. Konzernchef Inge Thulin erwartet nunmehr einen Gewinn zwischen 10,20 und 10,70 Dollar je Aktie nach bisher 10,00 Dollar. Im Vorjahr konnte der Konzern seinen Umsatz um rund fünf Prozent auf knapp 31,7 Milliarden Dollar steigern. Das bereinigte Ergebnis je Aktie stieg um rund zwölf Prozent auf 9,17 Dollar. Das war mehr, als 3M in seiner nach dem dritten Quartal bereits angehobenen Prognose avisiert hatte.

3M Folienrollen für Autogestaltung

3M Folienrollen. | Quelle: Unternehmen

Der Konzern ernte die Früchte seiner Investitionen aus den vergangenen Jahren in Forschung, Entwicklung und Vermarktung, sagte der Firmenchef. Auch 2018 wolle 3M hierfür wieder Geld in die Hand nehmen und die Investitionssummen noch erhöhen.

Aktie ist "heiß gelaufen"

Das Geschäftsmodell hat also seinen Wert mehr als bewiesen. Wer 3M-Aktien im Depot hat, hat daher bisher alles richtig gemacht. Aber die Börse blickt nach vorne. Und da zeigt sich, dass die Aktie auf den momentanen Kurshöhen analytisch sehr teuer ist.

KGV . | Grafik: boerse.ARD.de

Fachleute machen diese analytische Beurteilung unter anderem am Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) fest. Eine Maßzahl, mit der Analysten den "fairen Wert" einer Aktie ermitteln, gleichzeitig eine der gebräuchlichsten Kennziffern in der Branche. Es zeigt sich dabei, dass 3M trotz der Erhöhung der Gewinnprognosen mit einem derzeitigen KGV von 23,2 (basierend auf dem oberen Rand der Schätzungen für 2018) deutlich über seiner historischen Bewertung von durchschnittlich 16,4 steht.

Anders ausgedrückt, die Aktie ist analytisch derzeit sehr teuer. Analysten empfehlen in einem solchen Fall meist, ein solches Papier zu verkaufen. Zumal mit einer so hohen Bewertung das Risko einer steigenden Fallhöhe zunimmt, sollten die Erwartungen des Marktes einmal verfehlt werden. Investoren sind also derzeit gut beraten, auch bei Dividendenkönig 3M genau hinzuschauen, ob die fast schon unheimliche Kursrally weiter geht.

rm

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