Mitarbeiter der Batteriesystemfabrik AKASOL in Langen (Hessen)

Umsatz verdoppelt Batteriehersteller Akasol auf Wachstumskurs

Stand: 27.05.2019, 10:51 Uhr

Nicht nur die Autobranche steht bei der Elektromobilität im Fokus. Auch Hersteller von Batteriesystemen für E-Busse, E-Züge und andere Nutzfahrzeuge profitieren. Akasol hat seinen Umsatz im ersten Quartal verdoppelt. Verdienen tut das Unternehmen damit allerdings noch nicht allzu viel.

Die Erlöse kletterten in den ersten drei Monaten diesen Jahres auf 9,1 Millionen Euro und damit um satte 100 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. "Wir haben in den ersten drei Monaten den gleichen Umsatz erzielt wie im kompletten ersten Halbjahr 2018", sagte Akasol-Finanzvorstand Carsten Bovenschen.

Akasol setzt damit seinen Wachstumskurs fort. Ein wichtiger Meilenstein sei dabei die erfolgreiche Implementierung des Zweischichtbetriebs, der im Laufe des dritten Quartals wie geplant auf einen Dreischichtbetrieb ausgebaut werde. Mittlerweile zählt der Batteriehersteller mehr als 200 Mitarbeiter. Zum Vergleich: Anfang 2018 waren es gerade mal 103.

Steigerung der Kapazitäten

Der Auftragsbestand bis zum Jahr 2024 lag zum Stichtag 31. März 2019 auf einem konstant hohen Niveau von 1,47 Milliarden Euro. Am Serienstandort Langen komme die Firma auf eine Produktionskapazität von 300 MWh pro Jahr, teilte Akasol mit.

Diese werde sich durch eine zweite Produktionslinie ab 2020 auf jährlich bis zu 800 MWh erhöhen. Bis Mitte 2020 entsteht außerdem ein neuer Hauptsitz in Darmstadt, der die Kapazität weiter steigern soll. Ab dem zweiten Quartal 2020 sollen darüber hinaus auch in den USA Batteriesysteme produziert werden.

Anleger zufrieden mit Wachstumsstrategie

Den Anlegern scheinen die Zahlen zu gefallen. Im frühen Xetra-Handel legte die Akasol-Aktie in der Spitze um fast sechs Prozent zu. Ende Juni 2018 startete das Unternehmen an der Börse.

Seitdem befindet sich das Papier auf Achterbahnfahrt. Bis Ende Februar diesen Jahres verlor der Titel fast 40 Prozent an Wert, konnte sich anschließend aber wieder erholen.

Gigantische Wachstumsraten - aber kaum Gewinn

Akasol entwickelt leistungsbezogene Batteriesysteme für Nutzfahrzeuge wie E-Busse, E-Züge oder auch Schiffe. Die Kunden sind etwa Daimler, VW, Volvo, Alstom oder Bombardier. Wie für Elektroautos erwarten Experten auch für elektrische Nutzfahrzeuge gigantische Wachstumsraten. Akasol-CFO Bovenschen geht bis 2030 von einer Wachstumsrate von 30 Prozent pro Jahr aus, sagte er gegenüber boerse.ARD.de.

Verdienen tut Akasol allerdings noch wenig, denn Wachstum kostet. Das Ebit (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) lag im ersten Quartal bei 0,2 Millionen Euro, nach 0,4 Millionen im ersten Quartal 2018. Für das Geschäftsjahr 2019 rechnet Akasol mit einem Umsatzanstieg auf mindestens 60 Millionen Euro und erwartet eine Ebit-Marge von mindestens sieben Prozent.

tb