Produktion bei Akasol
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Anleger elektrisiert von E-Mobilität Akasol kommt gut an

Stand: 29.06.2018, 09:29 Uhr

Der Darmstädter Batteriehersteller Akasol startet an der Börse durch. Die Aktie ist an ihrem ersten Tag auf dem Parkett gefragt. Anleger sind offenbar elektrisiert von den Zukunftsaussichten.

Die Akasol-Aktie startet heute Morgen durch. Zwar liegt der erste Kurs nur bei 48,80 Euro und damit lediglich leicht über dem Ausgabepreis. Diesen hatte der Batteriesystem-Anbieter bei 48,50 Euro am unteren Ende der Preisspanne festgelegt. Innerhalb der ersten Stunde kletterte die Aktie aber auf 51,94 Euro, ein Plus von mehr als sechs Prozent.

Das Geschäftsmodell scheint für Anleger offenbar vielversprechend. Das Unternehmen mit 110 Mitarbeitern, das mehrheitlich dem Ravensburger Maschinenbauer und Autozulieferer Schulz gehört, stellt Batteriesysteme für Busse, Bahnen, Lkws, Industriefahrzeuge und Boote her.

Akasol hofft auf E-Auto-Trend

Angesichts der Diesel-Krise steigt die Nachfrage nach Elektro-Fahrzeugen. Immer mehr Städte wollen den öffentlichen Nahverkehr auf E-Busse umstellen. Daher setzt das Management darauf, dass der Trend zur Elektromobilität die Aktien für Investoren interessant macht.

Allerdings war davon im Vorfeld des Börsengangs wenig zu spüren, das Unternehmen musste kleinere Brötchen backen und den Ausgabepreis am unteren Ende der Preisspanne festlegen. Ausgelotet hatte Akasol eine Spanne von 48,50 bis 64,50 Euro je Aktie.

Akasol zieht es gen USA

Insgesamt brachte der Börsengang 118 Millionen Euro ein. Akasol fließen 100 Millionen Euro zu, der Rest geht an Altaktionäre um Firmenchef Sven Schulz. Der Streubesitz liegt bei vollständiger Ausübung der Mehrzuteilungsoption bei 40,1 Prozent.

Sven Schulz, Akasol, Schulz-Group
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Interview mit Akasol-Chef Sven Schulz

Verwenden will Akasol das Geld um weiter zu wachsen, aus eigener Kraft aber auch durch gezielte Zukäufe, um seine technologisch führende Position im Bereich der Elektromobilität zu erhalten und auszubauen. Der Batteriespezialist plant, international zu expandieren. 2019 wird der Markteintritt in den USA mit einem Werk in Michigan angepeilt.

»Als ein Pionier in der Herstellung von Hochleistungs-Lithium-Ionen-Batteriesystemen bewegen wir uns in einem sehr dynamischen Markt mit großem Wachstumspotenzial. Durch unseren Börsengang laden wir nun Investoren ein, an unserer Wachstumsstory teilzuhaben und gemeinsam mit uns unser vielversprechendes und nachhaltiges Technologiekonzept weiter voranzutreiben.«

Sven Schulz, CEO und Mitgründer von Akasol

Es begann vor fast 30 Jahren

Die Unternehmensgeschichte begann 1990, damals noch als gemeinnütziger Verein gegründet von Professoren und Studenten der Technischen Universität Darmstadt. Als kommerzielles Unternehmen startete Akasol im Jahr 2008.

Zu den größten Kunden zählen heute Daimler und der Lkw- und Bushersteller Volvo. 2017 erzielte das Unternehmen bei einem Umsatz von 14,5 Millionen Euro ein Betriebsergebnis (Ebit) von rund 1,1 Millionen. Für das Jahr 2018 erwartet Akasol einen Umsatz zwischen 22 Millionen und 24 Millionen Euro.

bs

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Die nächsten Börsenkandidaten Akasol ist der 13. Börsengang des Jahres in Frankfurt. Die nächsten stehen schon in den Startblöcken.

Govecs Roller

Govecs
Der Elektroroller-Hersteller Govecs will mit seinem Börsengang bis zu 90 Millionen Euro für den Ausbau der Produktion in Polen einsammeln. Das 2009 gegründete Unternehmen aus München legte die Preisspanne für die bis zu 7,5 Millionen Aktien umfassende Emission auf 10,00 bis 12,00 Euro fest. Govecs hat die Zeichnungsfrist für seinen geplanten Börsengang um sechs Wochen verlängert. Der Konzern hofft, damit mehr Investoren für seine Aktien zu begeistern. Anleger haben nun bis zum 8. November Zeit, die Papiere des Münchner Börsenkandidaten zu zeichnen, wie Govecs jüngst mitteilte. "Die Gesellschaft befindet sich aktuell in Verhandlungen mit Kunden und strategischen Partnern, welche bei Abschluss positive Auswirkungen auf das operative Geschäft haben könnten", begründete Firma den ungewöhnlichen Schritt.

Nach dem IPO sollen bis zu 62 Prozent der Anteile im Streubesitz sein. Bis zu 75 Millionen Euro sollen Govecs selbst zufließen, der Rest geht an den bisherigen Hauptaktionär DQuadrat, die Investmentfirma der Eigentümer-Familie des Baukonzerns Wolff & Müller aus Ludwigsburg.