Bulle wirft Reiter ab

Stunde der Wahrheit für Börsenliebling Aixtron-Wahnsinn vor dem Aus?

Stand: 25.07.2017, 08:41 Uhr

Die Aixtron-Aktie hat seit Jahresbeginn mehr als 125 Prozent zulegen können. Doch es könnte sein, dass die Bullen es ein bisschen übertrieben haben.

Die Aixtron-Aktie fällt im frühen Geschäft nach Vorlage von Quartalszahlen. Ganz offensichtlich schafft es der angeschlagene Spezialmaschinenbauer nicht mehr so richtig, mit den hohen Erwartungen der Anleger mitzuhalten.

Überraschung?!

Zugegeben: Eine große Überraschung war die Erhöhung der Prognose für den Auftragseingang und Umsatz auf einen Wert von jeweils 210 bis 230 Millionen Euro nun wirklich nicht.

Schließlich hatten die von der Nachrichtenagentur Bloomberg befragten Experten zuletzt beim Umsatz einen Anstieg auf knapp 220 Millionen Euro auf ihren Zetteln.

Firmenlogo auf dem Dach der Aixtron Zentrale in Herzogenrath.

Der im TecDax notierte Ausrüster für die LED- und Chipindustrie hat seinen Sitz im nordrhein-westfälischen Herzogenrath. | Bildquelle: Unternehmen

Immer noch Verluste

Hinzu kommt: Die übrigen Kennziffern fielen zwar teils besser aus als erwartet. Sie offenbaren aber auch, dass im gegenwärtigen Kurs schon viel Positives "eingepreist" wurde.

So macht der angeschlagene Spezialmaschinenbauer nach wie vor Verluste: Das Minus lag im zweiten Quartal bei 3,7 Millionen Euro nach einem Verlust von 6,7 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

Über dem Chinesen-Gebot

Die Aktie hat sich seit Jahresbeginn mehr als verdoppelt. Erst vor wenigen Tagen markierte sie bei 7,67 Euro ein Jahres-Hoch. Sie notiert damit deutlich über den 6 Euro, die das chinesische Unternehmen Grand Chip Investment geboten hatte.

Die Übernahme war 2016 am Widerstand der US-Behörden gescheitert. Zum Glück muss man ja fast sagen aus Perspektive der Aixtron-Anleger.

Achtung, "Fahnenstange"!

Doch mittlerweile gilt die Aktie unter Marktbeobachtern als "überhitzt". Im Chart zeichnet sich bereits eine "Fahnenstange" ab, eine Korrektur täte dem überhitzten Chartbild nun wahrlich gut.

Gut möglich, dass die Vorlage der Quartalszahlen vielen Anlegern nun den willkommenen Anlass bietet, Gewinne mitzunehmen. Ein frisches Kaufsignal würde hingegen erst mit Überwindung des Widerstands bei 7,67 Euro entstehen.

ag