Wafer von Aixtron

Aktie tief im Minus Aixtron: Ausblick sorgt für Ausverkauf

Stand: 26.02.2019, 11:48 Uhr

Aktien des Spezialmaschinenbauers rauschen am Dienstag um rund zehn Prozent abwärts. Dabei hat Aixtron pralle Geschäftszahlen mit imposanten Gewinnsteigerungen vorgelegt. Allein: Die Zukunft sieht weniger rosig aus.

Die Hiobsbotschaften in der Pflichtmitteilung des Unternehmens am Dienstag sind im Passus "Prognose" enthalten. Für das Geschäftsjahr 2019 erwartet das Aachener Unternehmen danach "eine insgesamt stabile bis leicht wachsende Umsatzentwicklung". Auch der Hinweis, dass "im Auftragseingang ... zurzeit eine Zurückhaltung der Kunden bei Investitionsentscheidungen in der Optoelektronik festzustellen und die weitere Entwicklung im zweiten Halbjahr 2019 ... schwer vorauszusehen" ist, kommt nicht gut am Markt an. Laut Aixtron gibt es auf Kundenseite eine "momentan vorherrschende kritische Sicht auf die Entwicklung der Weltwirtschaft, insbesondere aufgrund globaler Handelskonflikte und politischer Unsicherheiten".

Genug Verunsicherung für Anleger, um bei der Aktie im TecDax und SDax erst einmal die Reißleine zu ziehen. Aixtron hatte bis 2017 fünf Verlustjahre hinter sich gebracht. Das stark zyklische Geschäft mit Maschinen für die Chip- und Laserindustrie hat den Konzern jahrelang belastet.

Pralle Gewinne

Da helfen auch starke Jahreszahlen aus 2018 zunächst nicht. 2018 fuhr Aixtron dank der hohen Nachfrage nach Maschinen zur Produktion von Lasertechnologie und Leuchtdioden (LEDs) den höchsten Gewinn seit Jahren ein. Das operative Ergebnis (vor Zinsen und Steuern) vervielfachte sich von 4,9 auf 41,5 Millionen Euro.

Netto verdiente Aixtron auch dank eines Bilanzeffekts 45,9 Millionen Euro, nach 6,5 Millionen Euro im Vorjahr. Der Umsatz legte um 17 Prozent auf 269 Millionen Euro zu. Zwei Drittel davon entfielen auf die Optoelektronik, also auf Anlagen zur Herstellung von Lasertechnologie für Handys und Datenkommunikation. Nicht zuletzt kletterte auch der Auftragsbestand kletterte um 27 Prozent auf 138,3 Millionen Euro.

Sanfter Abschwung

Damit bleibt, anders als in schwachen Vorjahren, die Hoffnung, dass dem Unternehmen Abschwünge und Verluste in der Bilanz erspart bleiben. Aixtron traut sich für 2019 ein Ebit in Höhe von acht bis 13 Prozent des Umsatzes zu.

Die Aktie des TecDax-Unternehmens hatte sich Anfang des Jahres erst von Mehrjahrestiefstständen bei rund 8,00 Euro erholt. Nun geht es wieder unter die Marke von 9,00 Euro. Bis der Titel sich endgültig nach oben löst, kann nun noch eine Weile dauern.

AB