Lufthansa-Maschine Airbus A340-300 beim Start

Produktion läuft wieder Airbus streicht Prognose und Dividende

Stand: 23.03.2020, 08:50 Uhr

Europas größter Flugzeugbauer reagiert erneut auf die Coronakrise und streicht seine Prognose für das laufende Jahr. Zudem zahlt Airbus für 2019 keine Dividende. Aber es gibt auch gute Nachrichten für die Anleger.

Das französisch-deutsche Unternehmen erhöht seine Liquiditätsreserven um rund zehn Milliarden auf 30 Milliarden Euro, wie Airbus am Montag in Toulouse mitteilte. Dazu sei der Kreditrahmen um 15 Milliarden Euro aufgestockt worden. Zudem werde die Dividende für 2019 von 1,80 Euro je Aktie - das sind insgesamt 1,4 Milliarden Euro - gestrichen und die Aufstockung des Pensionsplan-Vermögens verschoben.

Guillaume Faury, Airbus

Guillaume Faury. | Bildquelle: picture alliance / AP Photo

Damit wolle Airbus "gewährleisten, dass wir wieder effizient arbeiten können, sobald sich die Lage verbessert", erklärte Vorstandschef Guillaume Faury. "Aufgrund der volatilen Situation haben wir unsere Prognose für das Geschäftsjahr 2020 zurückgezogen." Außerdem sei es nun wichtig, für Airbus die Liquidität zu sichern.

Aktie im Minus

Die Airbus-Anleger erleben damit den nächsten Rückschlag in der Coronakrise. Vorbörslich ging es für die Papiere um mehr als drei Prozent nach unten. Dabei hatten die Aktien am Ende der vergangenen Woche zu einem Erholungsversuch angesetzt - mit einem Anstieg von über 17 Prozent am Freitag.

Im Zuge der Corona-Krise haben sich die Titel seit Mitte Februar insgesamt etwa halbiert. Allein am Mittwoch stürzte die Aktie zeitweise um ein Viertel ab. Der Flugzeugbauer leidet unter der Airline-Krise. Zahlreiche Flüge fallen aus. Das Geld bei vielen Fluggesellschaften wird knapp. Zudem hoben die USA die Strafzölle auf Flugzeuge aus Europa von zehn auf 15 Prozent an.

Produktionsstopp teilweise aufgehoben

Der Flugzeugbauer ist der nächste Großkonzern, der wegen der Pandemie seine Prognose für das laufende Jahr streicht. Laut einem Börsianer waren dringende Maßnahmen nötig, da Airbus offensichtlich schon im dritten Krisenmonat Probleme bekomme.

Die unterbrochene Produktion in Frankreich und Spanien nimmt Airbus dagegen teilweise wieder auf. Das Unternehmen hatte in der vergangenen Woche seine Produktion in den beiden Ländern für vier Tage ausgesetzt. Die Airbus-Standorte in anderen Ländern, vor allem in Deutschland, Großbritannien, Kanada, den USA und China, waren davon nicht betroffen gewesen.

Airbus habe neue Sicherheits- und Hygienemaßnahmen umgesetzt, teilte das Unternehmen mit. Durch das Aufrechterhalten der Produktion, das Management des soliden Auftragsbestands, die Unterstützung von Kunden und die Absicherung seiner finanziellen Flexibilität für das operative Geschäft wolle Airbus sogar im Falle einer anhaltenden Krise die Kontinuität seines Geschäfts sicherstellen.

Airbus fliegt Masken nach Europa

Airbus begrüße aber, dass Regierungen weltweit den Fluggesellschaften und den Lieferanten finanziell unter die Arme greifen wollten. Im Gegenzug habe Airbus tausende Gesichtsmasken an Krankenhäuser und Behörden europaweit gespendet.

Ein A330-800 Testflugzeug habe am Wochenende aus China ungefähr zwei Millionen Gesichtsmasken nach Europa gebracht, von denen die meisten in Frankreich und Spanien gespendet werden sollen. Weiter Flüge seien geplant, teilte Airbus weiter mit.

tb/dpa/rtr