Airbus A330 Neo
Audio

Exportstopp belastet Airbus mit Gewinndämpfer

Stand: 30.04.2019, 08:24 Uhr

Ein durchwachsenes Zahlenwerk zum ersten Quartal hat der Flugzeugbauer am Morgen vorgelegt. Operativ läuft es bei Airbus - eigentlich - sehr gut, doch Umsatz und Ergebnis haben "politische" Schlagseite.

Das deutsche Verbot von Rüstungsexporten nach Saudi-Arabien hat den Konzern im ersten Quartal einen Gewinneinbruch eingebrockt. Unter dem Strich stand ein Überschuss von 40 Millionen Euro und damit 86 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. So ist Airbus am Kampfjet Eurofighter beteiligt, von dem Saudi-Arabien eigentlich 48 Exemplare kaufen will. Zudem hat das arabische Land ein Grenzsicherungssystem bei dem Konzern bestellt, das nicht ausgeliefert werden kann.

A380 und Währungseffekte

Dazu kommen Kosten für den Ausstieg aus dem Prestigeprojekt A380, die offenbar schon jetzt über den Planungen liegen. Nicht zuletzt litt das Unternehmen im abgelaufenen ersten Quartal auch unter einem schwankenden Dollar-Kurs: Airbus bezahlt seine 135.000 Mitarbeiter starke Belegschaft überwiegend in Euro, verkauft seine Maschinen aber in Dollar.

Im ersten Quartal lag das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) bei 549 Millionen Euro und übertraf damit die Prognosen der Analysten. Steigende Auslieferungen des A320neo und Fortschritte in der Produktion des A350 sorgten dafür. Bei der Lang-Version des A321neo kämpft der Konzern noch mit Problemen. "Airbus arbeitet daran, die Abläufe beim Management seines industriellen Systems zu verbessern", hieß es dazu. Beim Umsatz, der um 24 Prozent auf 12,5 Milliarden Euro stieg, lag Airbus unter den Experten-Erwartungen.

Flugzeugausstoß auf vollen Touren

ARD-Börsenstudio: Dieter Reeg
Audio

ARD-Börse: Boeing-Desaster - gut für Airbus?

Der neue Vorstandschef Guillaume Faury, der vor drei Wochen den Deutschen Tom Enders abgelöst hatte, sieht den Konzern dennoch auf Kurs. Geplant sind für das laufende Jahr die Auslieferung von 880 bis 890 Verkehrsflugzeugen und eine Steigerung des bereinigten Ebit um 15 Prozent. 2018 wurden 800 Airbus-Maschinen ausgeliefert. Im ersten Quartal lieferte Airbus 162 Verkehrsflugzeuge aus, 41 mehr als im Vorjahreszeitraum. Boeing hatte in der vergangenen Woche seine Ziele für 2019 aufgeben müssen.

Die Airbus-Aktie dürfte dem Gewinneinbruch im Quartal am Dienstag trotzen und leicht im Plus in den Handel starten. Das Papier hat sich nach einem Kurstief zu Jahresbeginn deutlich nach oben geschraubt und bewegt sich in der Nähe seines Allzeithochs.

AB