Airbus A321XLR

Mögliche Milliardenzahlung Airbus: Erste Einigungen in Bestechungsaffäre

Stand: 28.01.2020, 09:07 Uhr

Der Flugzeug-Konzern hat einen wichtigen Schritt zur Beilegung in einer Untersuchung wegen Korruption und Bestechung erreicht. Mit drei Ländern konnte laut Airbus eine Zahlung vereinbart werden, die einen weiteren Rechtsstreit abwenden.

Der europäische Flugzeugbauer Airbus hat sich nach eigenen Angaben im Grundsatz mit französischen, britischen und US-amerikanischen Behörden verständigt, Vorwürfe wegen der Zahlung von Schmiergeld beizulegen. Das teilte das Unternehmen am Dienstag in Amsterdam mit.

In allen drei Ländern müssten aber noch Gerichte sowie die US-Regulierungsbehörden den Deal genehmigen. Details über die Verhandlung könne Airbus aus rechtlichen Gründen nicht nennen, hieß es von Airbus. Zuvor hatten mehrere Medien über einen bevorstehenden Kompromiss berichtet. Laut "Financial Times" rechnen Analysten mit Strafzahlungen von drei Milliarden Euro, um die Affäre beizulegen.

Jahrelange Ermittlungen

Die schon seit Jahren laufenden Untersuchungen hatten den Luftfahrtkonzern mit Sitz im französischen Toulouse unter Druck gesetzt. Eine britische Behörde ging dem Verdacht auf Betrug, Bestechung und Korruption bei Geschäften der zivilen Luftfahrtsparte nach - Auslöser war eine Selbstanzeige des Unternehmens. Konkret geht es um den Vorwurf der Bestechung und Korruption im Zusammenhang mit dem Einsatz von Mittelsmännern beim Verkauf von Verkehrsflugzeugen.

Auch die französische Finanz-Staatsanwaltschaft ermittelte. Die Vorwürfe betreffen nach Angaben vom August 2016 Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit Beratern einer "dritten Partei". Der frühere deutsche Konzernchef Thomas Enders hatte in der Vergangenheit seine Mitarbeiter im Zuge dieser Ermittlungen auf die Möglichkeit "erheblicher Strafen" eingestimmt.

Bilanz belastet, Aktie steigt dennoch

Die Kosten für die Beilegung der Streitigkeiten dürften die Geschäftsbilanz des Konzerns im laufenden Jahr entsprechend belasten. Viele Experten haben dies bei ihren Gewinnschätzungen für das Unternehmen aber bereits berücksichtigt.

An der Börse haben Anleger die Nachricht von dieser ersten Einigung mit Erleichterung aufgenommen. Die Aktie des Flugzeugbauers steigt im morgendlichen Handel um rund 2,6 Prozent. Die Aktie notiert im europäischen Auswahlindex Euro Stoxx 50 und im MDax der Deutschen Börse. Wegen des Ausbruchs der Viruserkrankungen in Asien hatte der Titel an den vergangenen Tagen ähnlich wie Airline-Aktien überproportional an Boden verloren. Zuvor hatte die Aktie wegen guter Nachfrage nach seinen Flugzeugen durch die Kunden allerdings ein neues Allzeithoch erreicht.

AB