Airbus Group Schriftzug in Ottobrunn

US-Justiz ermittelt Bei Airbus tickt eine Zeitbombe

Stand: 20.12.2018, 15:12 Uhr

Dem Flugzeugbauer droht Ungemach. In den USA wird gegen den das Unternehmen wegen fragwürdiger Geschäftspraktiken ermittelt. Das könnte richtig teuer werden.

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Wie die französische Zeitung "Le Monde" berichtet, läuft gegen Airbus in den USA schon seit dem Sommer eine Untersuchung unter Federführung des Justizministeriums. Dabei drohe eine Strafe von mehreren Milliarden Dollar. US-Behörden hätten im Zusammenhang mit laufenden Ermittlungen in Europa Unterlagen angefordert, wobei man kooperiert habe, erklärte Airbus. Zu Details könne man keine Stellung nehmen, hieß es weiter.

Alles nicht so ganz neu

Airbus-Vorstand Thomas Enders

Airbus-Vorstand Thomas Enders. | Bildquelle: Unternehmen

Vorwürfe dieser Art gegen Airbus klingen durchaus vertraut. Denn gegen den Flugzeugbauer wird bereits seit 2016 ermittelt. Es laufen Untersuchungen in Frankreich und Großbritannien. Dabei geht es um den Verdacht auf Betrug, Bestechung und Korruption bei den Geschäften der zivilen Luftfahrtsparte. Auslöser für die Ermittlungen war eine Selbstanzeige des Unternehmens. Was genau am Ende stehen wird, ist immer noch nicht klar. Firmenchef Tom Enders hat jedoch bereits von "erheblichen Strafen" gesprochen, die im Raum stünden. Zusammen mit dem drohenden Ungemach aus Amerika könnte also so Einiges zukommen auf Airbus.

Aktie im Sturzflug

Guillaume Faury

Guillaume Faury. | Bildquelle: picture alliance / Claude Paris / AP / dpa

An der Börse kommen solche Meldungen natürlich gar nicht gut an. Das hierzulande im MDax und in Paris im Leitindex CAC 40 enthaltene Papier ist schon seit Anfang Oktober im steilen Sinkflug und steht aktuell so tief wie seit Februar nicht mehr. Nicht nur das, auch der seit gut zwei Jahren intakte Aufwärtstrend ist markant gebrochen worden. Es droht ein Rückfall auf Niveaus um 70 Euro. An der Börse erwarten die Anleger also nichts Gutes.

Dies, obwohl es operativ für Airbus so schlecht nicht läuft. Insbesondere der Verkaufsschlager A320/A321 ist bei den Kunden begehrt. Aktuell ist eine Langstreckenversion des Flugzeuges, der A321 XLR, im Gespräch, die vor allem für amerikanische Kunden interessant sein könnte. Mit einer erweiterten Reichweite könnte die eigentlich als Mittelstreckenmodell konzipierte Maschine von Berlin nach Washington fliegen - und damit den klassischen Langstrecken-Großraumflugzeugen Konkurrenz machen. Auch personell wird es bei Airbus einen Neuanfang geben. Im Frühjahr soll der Franzose Guillaume Faury Tom Enders an der Konzernspitze ablösen.

rm