Airbus A330 Neo

Höllenritt geht weiter Airbus bangt um sein Auslieferungsziel

Stand: 31.10.2018, 09:06 Uhr

Wegen der Probleme mit den Antrieben für den Langstreckenjet A330neo wackelt das geplante Auslieferungsziel von Airbus. Immerhin lief das Sommerquartal besser als erwartet.

Trotz der massiven Anlaufschwierigkeiten  mit dem Modell "A320neo" hat der europäische Flugzeugbauer Umsatz und Gewinn überraschend deutlich gesteigert. Im dritten Quartal stiegen die Erlöse um ein Fünftel auf 15,45 Milliarden Euro. Das um Sonderposten bereinigte operative Ergebnis (bereinigtes Ebit) sprang von 655 Millionen im Vorjahreszeitraum auf fast 1,6 Milliarden Euro in die Höhe. Analysten hatten einen nicht ganz so starken Anstieg erwartet.

Unterm Strich verdiente Airbus 957 Millionen Euro - gut dreimal so viel wie ein Jahr zuvor.

Ergebnis mehr als verdoppelt

Für das Gesamtjahr peilt der Flugzeugbauer weiterhin ein bereinigtes Ebit von rund fünf Milliarden Euro an, weil der Verlust aus der Übernahme des A220-Programms von Bombardier geringer ausfällt als gedacht. Da muss sich im vierten Quartal aber noch einiges tun. Denn in den ersten neun Monaten lag das bereinigte Ebit erst bei 2,74 Milliarden Euro - mehr als doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum.

Der europäische Flugzeugbauer Airbus muss wegen der Probleme des Triebwerksherstellers Rolls-Royce Abstriche bei seinen Produktionsplänen für 2018 machen. Airbus-Chef Tom Enders will im Gesamtjahr zwar weiterhin rund 800 Passagier- und Frachtflugzeuge ausliefern. Allerdings rechnet er darin jetzt auch rund 18 Exemplare des von Bombardier übernommenen Mittelstreckenjets Airbus A220 ein. Rolls-Royce kommt mit der Lieferung der Antriebe für den modernisierten Langstreckenjet A330neo nicht hinterher.

Auslieferungsziel schwerer erreichbar

In den ersten neun Monaten wurden 503 Maschinen ausgeliefert, darunter 222 A320neo. "Auch wenn wir mehr Flugzeuge ausgeliefert haben als ein Jahr zuvor, haben wir noch viel zu tun, um unsere Zusagen einzuhalten", sagte der scheidende Vorstandschef Enders. Das Auslieferungsziel sei schwerer erreichbar geworden. Im Sommer sprach Enders noch von einem "Höllenritt".

Anleger sehen das angepasste Jahresziel gelassen. Sie reagieren erfreut über die besser als erwartet ausgefallenen Quartalszahlen. Die Aktie steigt im frühen Handel um ein Prozent.

nb

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Jahrzehntelang war die amerikanische Boeing 747 die Königin der Lüfte. Nachdem ein gemeinsames Großflugzeug-Projekt von den Airbus-Gesellschaftern und Boeing nicht zustande kam, machten sich im April 1996 die Entwickler von Airbus daran, selbst ein Großflugzeug zu entwickeln. Ab Dezember 2000 gab es dann das offizielle "Go-Ahead" zum Bau der ersten Flugzeuge.