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Milliarden-Fintech-IPO Adyen-Börsengang schlägt ein

Stand: 13.06.2018, 18:11 Uhr

Der niederländische Bezahldienstleister hat bei seinem Börsengang den höchstmöglichen Preis erzielt. An der Börse reißen sich die Anleger zum Start um die Aktie. Mit einem Startgewicht von rund zwölf Milliarden Euro ist der Konkurrent des US-Konzerns PayPal gleich ein großer Branchenplayer.

Bis auf rund 500 Euro wurde der Kurs des Zahlungsdienstleisters am ersten Handelstag nach oben gehievt. Am Ende des ersten Handelstags pendelte sich der Kurs an der Amsterdamer Börse bei 455 Euro ein. Auch dies ist noch ein gewaltiger Aufschlag auf den Ausgabepreis, den das Unternehmen und die begleitenden Banken bestimmt hatten.

Denn 240 Euro je Aktie wollte Firmenchef Pieter van de Does erlösen, 240 Euro waren es geworden. Die Papiere von Adyen fanden offenbar reißenden Absatz. Es habe hohe Nachfrage von großen, "institutionellen Investoren" gegeben, hieß es vom Unternehmen. Nur 14 Prozent seiner Anteile gibt Adyen zum Börsengang in Umlauf und diese hätten mehrfach verkauft werden können, die Aktie war also mehrfach überzeichnet.

Antrieb für den "Fintech"-Sektor

Die Börsenbewertung liegt damit gleich zum Start der Aktie am heutigen Mittwoch bei 7,1 Milliarden Euro, nimmt man eine Mehrzuteilungsoption (Greenshoe) hinzu. Das Volumen der ausgegebenen Aktien liegt damit mit 947 Millionen Euro knapp unter der magischen Milliardenmarke. Der Adyen-Börsengang ist damit einer der größten eines Fintech-Unternehmens in Europa.

Konzernchef van der Does hatte bei der Bekanntgabe der Börsenpläne erklärt, Adyen wolle sich Freiheit verschaffen, das Unternehmen weiter aufbauen zu können. Die Niederländer hatten Ende Januar den US-Rivalen PayPal als bevorzugten Bezahldienst von Ebay abgelöst. In der Branche übernehmen gegenwärtig kleinere Neulinge das Geschäft der traditionellen Bezahldienste. PayPal selbst kaufte zuletzt für 2,2 Milliarden Dollar das schwedische FinTech-Unternehmen iZettle, das ursprünglich auch an die Börse wollte.

Online-Bezahlen schwer im Trend

Der Trend zum Online-Einkauf und dem Bezahlen im Internet hat in den vergangenen Jahren Unternehmen in der "Bezahl-Branche" Milliardengewinne verschafft und deren Kurse kräftig steigen lassen. Adyen ist neben der Abwicklung von Zahlungen bei Ebay auch bei den Streaming-Diensten Netflix und Spotify an Bord und wächst dynamisch mit deren Geschäften mit.

Das gilt auch für das TecDax-Unternehmen Wirecard, das von einem Allzeithoch zum nächsten springt. Am Mittwoch reagierte auch die Wirecard-Aktie mit einem erneuten Plus von 2,5 Prozent, das neue Rekordhoch liegt jetzt bei 151,50 Euro.

AB

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